Nach mehreren Jahren Pause hat der Deutsche Eishockey-Bund e.V. (DEB) das verbandseigene Goalie Camp erfolgreich wiederbelebt. Unter der Leitung von Bundestorwarttrainer Sebastian Vogl wurde das neue Konzept in enger Abstimmung mit dem DEB-Vorstandsvorsitzenden Frank H. Lutz und DEB-Vorstand Sport Christian Künast entwickelt und am vergangenen Wochenende am Bundesstützpunkt in Füssen umgesetzt.
Ausbildung statt Sichtung
Im Mittelpunkt des dreitägigen Camps stand nicht die Auswahl für kommende Nationalmannschaftsmaßnahmen, sondern die gezielte Förderung des deutschen Torwartnachwuchses.
„Die Frage, die wir uns gestellt haben, war, wie wir möglichst viele Torhütertalente erreichen und ihnen gleichzeitig direktes Feedback geben können“, erklärt Sebastian Vogl. Aus dieser Überlegung entstand das neue Camp-Format, das den Teilnehmenden intensive Trainingseinheiten, individuelles Coaching und wertvolle Impulse für ihre weitere Entwicklung bieten sollte.
40 Nachwuchsgoalies für das DEB Goalie Camp nominiert
Insgesamt 40 Torhüterinnen und Torhüter der Jahrgänge 2008 bis 2011 wurden an den Bundesstützpunkt nach Füssen eingeladen – die jeweils acht talentiertesten Jungen und zwei Mädchen pro Jahrgang. Grundlage für die Nominierung waren die Rankings des DEB, ergänzt durch den Austausch mit den Torwarttrainern der Nationalmannschaften sowie das persönliche Scouting von Sebastian Vogl während der vergangenen Saison.
Ein starkes Trainerteam für optimale Förderung
Unterstützt wurde Vogl von einem elfköpfigen Torwarttrainerteam, das überwiegend aus DEB-Honorartorwarttrainerinnen und -trainern sowie Coaches der Landesverbände bestand. Ergänzt wurde das Team durch drei Athletiktrainerinnen und -trainer des DEB sowie drei weitere Ausbilder, die sich ausschließlich um die Feldspieler kümmerten. Denn auch diese waren ein wichtiger Bestandteil des Camps. Insgesamt 24 Feldspieler – ein erweiterter Kreis von Nationalspielern der Altersklassen U16 bis U20 sowie weitere Spieler aus umliegenden DNL1-Vereinen – sorgten für ein hohes Trainingsniveau auf dem Eis. „Ein Torwartcamp steht und fällt natürlich auch mit der Qualität der Schützen“, betont Vogl.
Klare Trainingsschwerpunkte auf und neben dem Eis
Jeder Camp-Tag widmete sich einem eigenen inhaltlichen Schwerpunkt. Zum Auftakt standen das Lesen von Schüssen sowie die Rebound-Kontrolle im Fokus. Am zweiten Tag arbeiteten die Nachwuchs-Goalies intensiv am Spiel im Nahbereich des Tores und an der Scheibenkontrolle. Den Abschluss bildeten Tempoangriffe sowie Spielsituationen mit Verkehr vor dem Tor.
Neben den Eiseinheiten spielte auch die Athletik eine zentrale Rolle. Erstmals wurden auch torwartspezifische Athletiktests durchgeführt. Die Ergebnisse sollen künftig als Grundlage dienen, die körperliche Entwicklung der Torhüterinnen und Torhüter systematisch zu begleiten und gezielt zu fördern. Ergänzt wurde das Programm durch Impulsvorträge über das Profigeschäft aus der Perspektive eines Torhüters.
Positives Fazit und Blick nach vorn
Das Fazit nach dem Camp-Wochenende fiel durchweg positiv aus. Sowohl die Teilnehmenden als auch das Trainerteam bewerteten das Format äußerst positiv. Ob das DEB Goalie Camp künftig jährlich stattfinden wird, soll nach der Auswertung des Abschlussberichts entschieden werden. Der Wunsch von Sebastian Vogl ist jedoch eindeutig: „Ich würde mir wünschen, dass das Goalie Camp zu einer regelmäßigen Institution wird.“
Auch persönlich zieht der Bundestorwarttrainer eine positive Bilanz: „Wir wussten nicht genau, was auf uns zukommen wird. Wir haben das Camp so gut wie möglich auf die Beine gestellt – und die Abläufe vor Ort haben gut funktioniert.“ Natürlich gebe es Stellschrauben, an denen künftig noch gearbeitet werden könne. Insgesamt sei die Neuauflage des Goalie Camps jedoch ein voller Erfolg gewesen.
Nachhaltige Entwicklung des Torwartnachwuchses
Für Sebastian Vogl war von Beginn an klar, dass das Goalie Camp keine klassische Sichtungsmaßnahme sein sollte. Vielmehr stand die individuelle Ausbildung der Nachwuchstorhüterinnen und -torhüter im Vordergrund. Ziel war es, den Talenten möglichst viel fachlichen Input mitzugeben, ihre Entwicklung nachhaltig zu fördern und gleichzeitig einen umfassenden Überblick über den aktuellen Leistungsstand des deutschen Torwartnachwuchses zu gewinnen.
