In den Playoff-Achtelfinals der vom DEB ausgerichteten Oberliga setzten sich jeweils die Teams durch, die auf dem Papier die Favoritenrolle inne hatten. Einzig die Hammer Eisbären als Underdog schnupperten an einem Einzug ins Viertelfinale, unterlagen den Tölzer Löwen im entscheidenden Spiel aber mit 6:2.
Damit kommt es im Viertelfinale nun zu folgenden Paarungen: Deggendorfer SC gegen Füchse Duisburg, Hannover Scorpions gegen Selber Wölfe, ECDC Memmingen Indians gegen Hannover Indians und Tilburg Trappers gegen Tölzer Löwen. Die erste Partie einer jeden Serie steigt am kommenden Freitag, den 20. März, das mögliche siebte Spiel der Best-of-Seven-Serie ist für den 2. April angesetzt. Ergebnisse und Statistiken zu allen vier Serien sind hier zu finden:
Deggendorf muss abermals nach Nordrhein-Westfalen
Der Deggendorfer SC hat sich mit einem 3:0 souverän gegen die Herford Ice Dragons durchgesetzt. Auffällig gut war das Deggendorfer Penalty Killing, denn in allen acht Unterzahlsituationen gegen den HEV blieben sie ohne Gegentreffer. Stattdessen gelangen dem DSC mit einem Mann weniger auf dem Eis sogar zwei eigene Tore. In Ty Jackson wussten die Deggendorfer auch den mit sechs Treffern besten Torschützen des Achtelfinals in ihren Reihen. Die Duisburger mussten etwas härter für das Erreichen des Viertelfinals kämpfen, hatten gegen die EV Lindau Islanders letztendlich aber mit 3:1 die Nase vorne. Beide Teams holten je einen Overtime-Sieg, zudem gewann Duisburg zweimal nach 60 Minuten. Auch im Kader der Nordrhein-Westfalen befindet sich mit Philippe Sanche ein Top-Torjäger, der im Achtelfinale nur einen Treffer weniger erzielt hat als Jackson.
Selb will Scorpions stoppen
Die Hannover Scorpions feierten den einzigen zweistelligen Triumph im Achtelfinale, als sie die Höchstadt Alligators in Begegnung Nummer drei mit 11:2 bezwangen. Doch auch in den anderen beiden Partien gab es keinen Zweifel an der Favoritenrolle der Niedersachsen. Beide Teams waren mit 5,3 Strafminuten pro Spiel die fairsten Vertreter im Achtelfinale und zudem schnürte mit Jan Pavlu einer der drei torgefährlichsten Defender seine Schlittschuhe für die Skorpione. Die Selber Wölfe wurden beim 3:0-Achtelfinalerfolg gegen die Saale Bulls Halle einmal in die Overtime gezwungen, doch diese Aufgabe meisterten sie dank Christopher Schutz mit Bravour. Selb benötigte die wenigsten Torchancen für einen Treffer, fast jeder vierte Schuss auf den gegnerischen Kasten sorgte für Jubel. Im Powerplay waren sie genauso stark wie Memmingen und damit Liga-Primus; beide Mannschaften schlossen jedes zweite Überzahlspiel mit Erfolg ab.
Memmingen gegen Hannover: Duell der Indians
Diese starke Powerplay-Leistung wollen die Memmingen Indians nun gegen ihre Namensvetter aus Hannover wiederholen. Aber auch die Unterzahl der Memminger war im Achtelfinal-Duell gegen die KSW IceFighters Leipzig auf einem hohen Niveau, 87,5 Prozent der Leipziger Powerplays endeten ohne ein Tor der Sachsen. Obwohl die Bayern auf dem Papier klarer Favorit waren, feierte Leipzig ein Sieg, der mit 7:3 sogar recht deutlich ausfiel. Die Antwort von Memmingen war dann ebenfalls deutlich, sie legten ein 9:2 und ein 7:2 nach. Die Hannover Indians navigierten ohne Niederlage durch das Achtelfinale gegen den EC Peiting, doch zwei der drei Begegnungen gingen mit nur einem Tor Unterschied an den Club aus der Oberliga Nord. Wie Deggendorf, so gelang es auch Hannover, keinen einzigen Treffer des Gegners bei eigener Unterzahl zuzulassen. Außerdem haben sie mit einem Schnitt von 3872 Zuschauern pro Achtelfinal-Heimauftritt von allen Achtelfinalisten die meisten Fans in ihre Halle gelockt.
Tölz nach engem Achtelfinale nun gegen Tilburg
Die Tölzer Löwen konnten sich erst im fünften und entscheidenden Spiel gegen die Hammer Eisbären behaupten, sich dabei aber auf ihren Top-Scorer Topi Piipponen verlassen. Der Finne sammelte mit zehn Punkten die meisten Punkte aller Akteure, die in den Achtelfinals eingesetzt wurden. Dafür haben die Tilburg Trappers, Gegner von Tölz im Viertelfinale, den punktbesten Verteidiger in ihren Reihen; Giovanni Vogelaar erzielte mit sieben Punkten gerade einmal drei weniger als Piipponen. Die Trappers schafften gegen die EHF Passau Black Hawks den 3:0-Seriendurchmarsch, auch wenn sie im letzten Vergleich kämpfen mussten. Ein frühes 3:0 konnte Tilburg nicht halten und lag nach 36 Minuten plötzlich mit 3:4 zurück. Zwei weitere Tore im letzten Drittel sorgten dann aber doch für den Seriengewinn der einzigen niederländischen Mannschaft in der Oberliga.
Text: Annette Laqua
