Die deutsche Männer-Eishockeymannschaft hat das zweite Vorrundenspiel bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina verloren. Gegen Lettland unterlag Deutschland mit 3:4 (2:1, 0:1, 1:2). Die Tore für das Team von Bundestrainer Harold Kreis vor 4.033 Zuschauern in der Milano Rho Ice Hockey Arena erzielten Lukas Reichel, Lukas Kälble und Tim Stützle. Am Sonntag trifft das deutsche Männer-Team zum Abschluss der Vorrunde um 21:10 Uhr auf die USA.
Wie schon gegen Dänemark legte Deutschland früh vor: Auf Pass von Dominik Kahun schloss Lukas Reichel einen Alleingang zur Führung ab (3.). Die deutsche Mannschaft spielte nach vorn und Leon Draisaitl versuchte es aus spitzem Winkel (5). In der sechsten Minute tauchte Lettland durch Anri Ravinskis erstmals gefährlich vor dem deutschen Tor auf. Im Anschluss setzte Deutschland auf einen kontrollierten Spielaufbau, während sich die Letten zurückzogen. Nach einigen Minuten nahm das Spiel wieder Fahrt auf. Kahun traf aus spitzem Winkel die Maske von Lettlands Torhüter Arturs Silovs, auf der anderen Seite musste Philipp Grubauer gegen Eduards Tralmaks eingreifen (13.). In der 16. Minute kassierte Jonas Müller dann die erste Strafe Deutschlands im gesamten Turnier und dies nutzte Lettland. Während Grubauer gegen Rudolfs Balcers noch die Schoner zusammenbekam, war er gegen Dans Locmelis nach einem Querpass machtlos (16.). Aber: Deutschland antwortete schnell. Frederik Tiffels fing einen Pass ab und sein Zuspiel verwandelte Lukas Kälble in der 17. Minute zur erneuten Führung. Kurz vor der Sirene verpasste Moritz Seider nach einem Solo den nächsten Treffer und wurde von Silovs gestoppt (20).
Der zweite Abschnitt begann mit Strafen auf beiden Seiten. Beide Teams ließen in Unterzahl aber nichts zu. In der 26. Minute war Grubauer wieder auf dem Posten und bereinigte in seinem Torraum eine gefährliche Situation. Zwei Minuten später war das Team von Bundestrainer Harold Kreis in einer langen doppelten Unterzahl gefordert. So hatte Locmelis viel Platz und markierte mit einem Sonntagsschuss ins Kreuzeck seinen Doppelpack und damit den erneuten Ausgleich (29.). Danach übernahm aber wieder Deutschland die Initiative und erarbeitete sich gute Chancen. Draisaitl scheiterte zweimal an Silovs (30.), dann schoss der Stürmer der Edmonton Oilers im Powerplay knapp am langen Eck vorbei und Tim Stützle traf ansatzlos den Pfosten (33.). Deutschland drückte auf das 3:2, musste aber einen Konter hinnehmen, den Grubauer gegen Rihards Bukarts entschärfte (36.). Zum Drittelende hin hatte Draisaitl nach einem eleganten Pass von Seider nochmal viel Platz, sein Abschluss ging aber über den Kasten (37). Die deutsche Mannschaft wollte noch vor der zweiten Pause den dritten Treffer, doch daraus wurde nichts.
Im Schlussdrittel drückte das deutsche Männer-Team von Beginn an aufs Tempo. Tobias Rieder und Draisaitl zogen energisch vors Tor (43./46.), aber auch ein Rebound von Stützle wollte nicht über die Linie (47.). Dann verfehlte Joshua Samanski im Powerplay die Scheibe knapp im Slot. Lettland konterte in Unterzahl über Uvis Balinskis (47./48.). Die Partie ging in die entscheidende Phase und die verpassten Möglichkeiten der deutschen Mannschaft sollten sich rächen. Eduards Tralmaks brachte Lettland nach einem Break in der 49. Minute erstmals in Führung und Renars Krastenbergs legte zwei Minuten später nach. Drei Minuten vor dem Ende ging Grubauer zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis und läutete damit die deutsche Schlussoffensive ein. Und tatsächlich sorgte Stützle mit seinem dritten Turniertor in der 58. Minute im Nachschuss noch einmal für Spannung und verkürzte. Reichel hatte kurz darauf sogar das 3:3 auf dem Schläger, doch der Puck landete am Außenpfosten (58.). Trotz Dauerdrucks der deutschen Mannschaft ließen die heute effizienteren Letten nichts mehr zu
Stimmen zum Spiel #GERLAT
Bundestrainer Harold Kreis: „Wir haben viele Chancen kreiert, müssen aber anerkennen, dass die Letten heute aufopferungsvoll und konsequent verteidigt haben und dann am Ende den Tick effizienter waren als wir. Wir hätten teilweise die Scheibe noch etwas schneller in der neutralen Zone bewegen können. Auf der anderen Seite gibt es so Tage, an denen die Scheibe einfach nicht reingeht. Das ist sicherlich frustrierend, aber wir werden das schnell abhaken.“
Kapitän Leon Draisaitl: „Wir waren heute nicht konsequent genug in der neutralen Zone und haben unsere Spielzüge nicht sauber zu Ende gebracht. Dadurch haben wir es verpasst, die Scheibe konsequent hinter ihre Verteidiger zu bringen. Die Letten haben das gut gemacht, sehr kompakt verteidigt und uns wenig Raum gegeben. Chancen hatten wir trotzdem genug, um ein oder zwei Tore mehr zu machen – aber heute war leider nicht mehr drin. Wir werden das Spiel analysieren und versuchen, die Dinge, die heute nicht gut funktioniert haben, beim nächsten Mal besser zu machen.“
Stürmer Nico Sturm: „Es war heute ein ähnliches Spiel wie beim letzten Aufeinandertreffen. Vor allem der Start, die ersten zehn Minuten, waren dominant von uns. Wir waren in der Spielgeschwindigkeit klar überlegen, haben die Scheiben tief gebracht und sie auch wieder zurückgewonnen. Aber genau wie in diesem Spiel verlieren wir gegen Ende des ersten Drittels und auch im zweiten Drittel ein wenig den Faden. Dadurch ist das Momentum dann gekippt, da die Letten ihr Powerplay ausgenutzt haben. Für das nächste Spiel müssen wir vor allem über 60 Minuten das spielen, was wir in den ersten zehn Minuten auf das Eis bringen.“
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