Die deutsche Männer-Eishockeymannschaft hat ihr Auftaktspiel bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina für sich entschieden. Das Team von Bundestrainer Harold Kreis gewann gegen Dänemark mit 3:1 (1:1, 2:0, 0:0). Vor 3.986 Zuschauern in der Milano Rho Ice Hockey Arena erzielten Leon Draisaitl und Tim Stützle (2) die Tore für Deutschland. Stützle gelangen seine ersten beiden Länderspieltore überhaupt. Das zweite Vorrundenspiel findet am 14. Februar um 12:10 Uhr gegen Lettland statt.
Deutschland gelang ein Traumstart: Nach 23 Sekunden verwandelte Leon Draisaitl einen Pass von Frederik Tiffels mit der Rückhand zur ganz frühen Führung. In der 3. Minute hätte die deutsche Mannschaft fast schon nachgelegt, aber Moritz Seider traf mit einem Distanzschuss nur die Latte. Deutschland kam gut in den Forecheck und erarbeitete sich durch Tiffels den nächsten Abschluss, den Dänemarks Torhüter Frederik Andersen parieren konnte (7.). Danach fanden die Dänen besser in die Partie und gestalteten das Duell ausgeglichen. In der 9. Minute musste Deutschlands Keeper Philipp Grubauer gegen Patrick Russell erstmals eingreifen und wenig später landete ein Blueliner von Phillip Bruggisser am Pfosten (11.). Die dänische Auswahl machte jetzt Druck und kam durch Oscar Moelgaard aus kurzer Distanz zum Ausgleich (14.), der den Puck etwas glücklich unter Grubauer hindurch über die Linie schob. Im Anschluss kamen beide Teams noch zu einigen Offensivaktionen: Für Deutschland verpasste unter anderem Lukas Reichel in Überzahl am langen Pfosten (18.), Dänemarks Angreifer Alexander True zielte freistehend zu hoch (19.).
Dänemark startete mit Schwung ins Mitteldrittel, doch nach einigen Minuten hatte sich das Team von Bundestrainer Harold Kreis sortiert. Erst schoss Tobias Rieder knapp vorbei und Draisaitl blieb am Schoner von Andersen hängen (23./24.), aber in der 25. Minute passte alles: Auf Zuspiel von JJ Peterka erzielte Tim Stützle per Direktabnahme sein erstes Länderspieltor. Wieder nur kurze Zeit später scheiterte Draisaitl dann am Außenpfosten (26.). Doch auch das dänische Team wurde wieder gefährlich. So musste Grubauer gegen Mikkel Aagaard eingreifen, anschließend zweimal gegen Nikolaj Ehlers (28./29.). Nach einer knappen halben Stunde durfte Deutschland zum zweiten Mal in Überzahl ran und schlug diesmal zu. Einen Pass von Stützle fälschte Oliver Lauridsen ins eigene Tor ab und verhalf dem Stürmer der Ottawa Senators damit zum Doppelpack (31.). Nun hatte die effiziente deutsche Mannschaft die Partie endgültig im Griff. Deutschland stand jetzt defensiv weitestgehend kompakt und blieb griffig in den Zweikämpfen. Zudem gelangen immer wieder Nadelstiche. So verfehlte Draisaitl in der 37. Minute den dänischen Kasten nur knapp. Torhüter Grubauer wurde nicht mehr ernsthaft geprüft.
Auch den Schlussabschnitt begann Deutschland gut. Dennoch kam der Däne Nicklas Jensen in der 44. Minute frei zum Abschluss. Kurz darauf trat aber wieder Draisaitl in Aktion, der mustergültig Tiffels bediente. Auch dessen Direktschuss war gut, nur der dänische Schlussmann stand im Weg (45.). In der 48. Minute rückte erneut Grubauer in den Fokus: Der deutsche Keeper hielt sowohl gegen Nick Olesen als auch gegen Frederik Storm die Zwei-Tore-Führung fest. Deutschland zog sich nun in die eigene Zone zurück, blieb zum Beispiel durch den aufgerückten Lukas Kälble aber gefährlich (49.). In der 53. Minute hatte dann Draisaitl die Entscheidung auf dem Schläger. Seinen Alleingang konnte Andersen aber abwehren. Vier Minuten vor dem Ende zog Dänemark den Goalie und schickte einen sechsten Feldspieler aufs Eis. Mehr als ein Lattentreffer durch Oliver Bjorkstrand (50.) gelang nicht mehr. Deutschland brachte den verdienten Auftaktsieg ins Ziel.
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Bundestrainer Harold Kreis: „Die Mannschaft hat diese schwierige Aufgabe gegen eine starke dänische Mannschaft heute kämpferisch gut gelöst. Wir sind sehr zufrieden mit dem Start in das Turnier. Das Zeitfenster, um gute Lösungen zu finden, ist auf diesem Niveau für die Spieler sehr schmal. Dennoch hat es die Mannschaft geschafft, oft die richtigen Entscheidungen zu treffen, um in diesem Auftaktspiel erfolgreich zu sein. Wir nehmen aus diesem Spiel sehr viele positive Dinge mit, haben zugleich aber auch Aspekte, die wir zukünftig verbessern möchten. Wir können auf diesem Spiel aufbauen, um auch in den nächsten Partien erfolgreich zu sein.“
Kapitän Leon Draisaitl: „Das Spiel hat viel Spaß gemacht und der Sieg war zum Auftakt des Turniers sehr wichtig. Mit der Führung im Rücken haben wir es vor allem im letzten Drittel sehr gut gemacht, was bereits zum Start des Turniers ein gutes Zeichen ist. Ich freue mich, mit meinem Treffer einen Teil dazu beigetragen zu haben, aber am Ende zählt nicht meine individuelle Leistung, sondern unsere drei Punkte, die wir als Mannschaft erreicht haben. Wir genießen hier jede Sekunde und möchten jeden Olympia-Moment mitnehmen – ich freue mich deshalb umso mehr auf die nächsten Tage und unsere Aufgaben.“
Assistenzkapitän Tim Stützle: „Der Start in dieses Turnier hat mir sehr gut gefallen! Wir haben viele Chancen kreiert und zugleich mit Philipp Grubauer einen tollen Rückhalt im Tor gehabt. Jeder Spieler hat heute seine Rolle erfüllt und eine gute Leistung gezeigt. Wir könnten noch direkter und schneller spielen, da habe ich persönlich und haben wir als Mannschaft noch Verbesserungspotenzial. Aber ich bin mir sicher, dass wir hier unseren Rhythmus finden werden, und freue mich auf die kommenden Spiele.“
