DEB-Frauen sichern sich 0,1 Sekunden vor Schluss den Sieg

Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft gewann nach einem nervenaufreibenden Aufeinandertreffen ihr letztes WM-Spiel mit 3:2 gegen die Gastgeberinnen aus Dänemark und sicherte sich so den Klassenerhalt in der Top-Division. Die Treffer zum Sieg erzielten die Nationalspielerinnen Franziska Feldmeier (9.), Laura Kluge (56.) sowie Tanja Eisenschmid (60.). Letztere wurde zudem mit ihrem Treffer 0,1 Sekunden vor Ablauf der Spielzeit zur besten deutschen Spielerin der Partie ausgezeichnet.

Das letzte Gruppenspiel der DEB-Auswahl sollte wahrhaftig kein einfaches werden. Die Mannschaft um Frauen-Bundestrainer Thomas Schädler traf im Iscenter Nord am Dienstagabend auf die Däninnen. Für beide Teams ging es um viel. Deutschland benötigte drei Punkte, um sich den Klassenerhalt zu sichern. Für Dänemark hingegen war weiterhin die Chance auf das Viertelfinale vorhanden.

Der bessere Start in dieses sehr laufintensive Spiel gelang den Gastgeberinnen. Bereits in der 5. Spielminute war es Josefine Persson, die Dänemark mit einem gekonnten Spielzug aus der neutralen Zone heraus erstmals in Führung brachte. Der Anschlusstreffer Deutschlands ließ aber nicht lange auf sich warten. Franziska Feldmeier (9.) fälschte vier Minuten später die Scheibe vor dem dänischen Tor ab und erzielte so im Powerplay den ersten Treffer für die DEB-Auswahl.

Im Mittelabschnitt war eine deutliche druckvollere Phase der deutschen Mannschaft zu sehen und auch das Spiel nahm zunehmend an Fahrt auf. Beide Teams kämpften um jeden Zentimeter Raumgewinn und erarbeiteten sich viele Chancen. Das zweite Tor auf der Anzeigetafel sicherte sich Dänemark. Emma Russell (29.) gelang es, den Puck hinter die Torlinie von Sandra Abstreiter zu bringen, die in dieser Situation keinerlei freie Sicht hatte.

Zu Beginn des letzten Drittels starteten die DEB-Frauen in Unterzahl. Nicola Eisenschmid musste durch eine unglückliche Strafe zwei Minuten auf der Bank Platz nehmen. Dennoch gelang es der deutschen Auswahl, die Scheibe immer wieder gefährlich vor das gegnerische Tor zu bringen und auch etwas spielbestimmender in dieser Partie zu sein. In der 56. Minute war es dann die deutsche Stürmerin Laura Kluge, die den so dringenden Ausgleich erzielte. Mit einer Feldspielerin mehr auf dem Eis und dem Empty Net legte die deutsche Frauen-Nationalmannschaft in den letzten Minuten noch einmal alles rein. Unglaubliche 0,1 Sekunden vor Schluss dann erneut die Torsirene. Tanja Eisenschmid ließ die deutsche Bank aufjubeln und sicherte dem Team den Sieg sowie den Klassenerhalt in der Top-Division.

DEB-Präsident Dr. Peter Merten: „Im letzten Drittel mit 25 zu 1 Torschüssen eine absolute Dominanz und damit den Klassenerhalt in letzter Sekunde gesichert. Kompliment an die Mannschaft, die immer an sich geglaubt hat und an Trainer und Staff, die hier absolut toll unterstützt haben. Das ganze Team ist sensationell und eine wunderbare Ausgangsbasis für unsere Zukunft im Frauen-Eishockey.“

DEB-Sportdirektor Christian Künast: „Bis zum Schluss haben alle an den Sieg geglaubt. Es war eine wirklich unglaubliche Energieleistung, besonders in diesem letzten Drittel. Damit haben wir das Minimalziel des Klassenerhalts erreicht. Jetzt gilt es solide aufzuarbeiten und den Umbruch weiter fortzuführen.“

Frauen-Bundestrainer Thomas Schädler: „Unglaublich. Solch ein Spiel habe ich bisher noch nicht in meiner Trainerkarriere erlebt. Wichtig war in der zweiten Drittelpause der Glaube an uns selbst. Dieser Glaube versetzt Berge. Die Mädels haben unglaublich Druck gemacht im letzten Drittel. Natürlich war der Start angespannt. Wir hätten es aber auch nicht so spannend machen müssen bis kurz vor Schluss. Dennoch haben wir nie aufgegeben und das war das Wichtige. Auf der anderen Seite müssen wir auch sagen, dass wir das Ziel des Viertelfinales nicht erreicht haben. In diesem Moment überwiegt dennoch die Freude, dass wir im nächsten Jahr auch weiterhin in der Top-Division dabei sind.“

Verteidigerin Tanja Eisenschmid: „Wir wussten, dass wir in dieses Spiel hart hineingehen müssen und keine Minute schleifen lassen dürfen. Wir sind mit einem 1:2-Rückstand ins letzte Drittel gegangen, haben aber nie aufgegeben. Am Ende haben wir es wirklich sehr spannend gemacht, mit dem Treffer so wenige Sekunden vor Schluss. Aber wir haben es geschafft und sind jetzt natürlich unglaublich stolz.“