„Wenn ich Respekt haben will, muss ich Respekt entgegenbringen.“

Respekt, harte Arbeit und ein ordentliches Erscheinungsbild: all das sind die Dinge, die gute Schiedsrichter*Innen ausmachen. In der heutigen Folge des DEB-Podcasts „Coach the Coach“ begrüßt Gastgeber Karl Schwarzenbrunner den ehemaligen Schiedsrichter-Ausbilder und Regelreferent des DEB, Gerhard Müller. Seit Mai 2020 ist Müller zwar in Rente, jedoch unterstützt er den Verband weiterhin als Regelreferent und wird in Zukunft den neuen Leiter des DEB-Trainee Programms, Lars Brüggemann, bei seinen neuen Aufgaben unterstützend zur Seite stehen.

Geboren und aufgewachsen in der ehemaligen DDR, durchlief Gerhard Müller die Jugendmannschaften des SC Dynamo Berlin, kam dann über die 1. Mannschaft sogar zur Nationalmannschaft. Bis 1983 verbuchte er letztlich 10 Weltmeisterschaften, die Teilnahme an olympischen Spielen jedoch blieb ihm, wie allen anderen DDR-Spielern, verwehrt. Mit dem Blick auf die berufliche Zukunft beendete der gebürtige Ballenstedter seine aktive Spielerkarriere 1983 und gab sich nach dem Abitur dem Rechtswissenschaftsstudium hin, begleitet durch die Laufbahn als Schiedsrichter. 2005 kam er dann durch eine Stellenausschreibung des DEB zu seiner Aufgabe als Schiedsrichter-Ausbilder.

Gemeinsam mit Karl Schwarzenbrunner diskutiert er, wie sich der Weg als Spieler*in zum/zur Schiedsrichter*in, sowie die eigene Entwicklung eines jeden Offiziellen, gestaltet. Weitere Fragen, die die beiden beantworten sind: Was ist ein Regelreferent? Wie schwer ist es im laufenden Spiel schnelle Entscheidungen zu treffen unter dem Aspekt, beide Teams stets gleich zu behandeln? Wie funktioniert die Beziehung zwischen Offiziellen und Trainern? Ein interessanter Austausch ergibt sich ebenfalls darüber, wie die beiden den Umgang mit Schiedsrichter*innen bei Nachwuchsspielen betrachten. „Wenn ich Respekt haben will, muss ich Respekt entgegenbringen“, merkt Müller an, da der Zorn auf Offizielle in den Nachwuchsligen nicht selten ein unangebrachtes Übermaß annimmt. Nicht nur dass Schiedsrichter*innen also mit allen Beteiligten eines Spiels kommuniziert, sondern die Art der Kommunikation, auch die Gestik und Mimik richtig zu wählen, das ist die hohe Kunst. „Kommunikation ist sehr wichtig aber es ist sehr schwer sie richtig zu führen.“ Unser Bundestrainer Wissenschaft und Ausbildung findet zudem die Arbeit von Schiedsrichter-Coaches während Spielen sehr interessant.

Neben besseren Strukturen, einem effizienteren Austausch und einer angenehmen Atmosphäre für ein gutes Miteinander blickt Gerhard Müller optimistisch in die kommenden Jahre, wenn es um die Weiterentwicklung des Schiedsrichterwesens im deutschen Eishockey geht.

Zur neuen Podcast-Folge von „Coach the Coach“ mit Gerhard Müller geht’s hier.