Nationalmannschaft: Noch an den Feinheiten arbeiten

Generalprobe gegen Weißrussland / 100 Spiele: Gestern Müller, heute Goc und Hördler

Am Ende war das 4:0 über WM-Co-Gastgeber Frankreich am Samstag schnell zu den Akten gelegt. Fast die gesamten 60 Minuten hatte die deutsche Nationalmannschaft die Partie mit der „Equipe tricolore“ bestimmt, sich in jedem Drittel gute Chancen herausgespielt und hinten kaum etwas anbrennen lassen. Sowohl Philipp Grubauer als auch Dennis Endras im Tor der deutschen Auswahl verlebten insgesamt einen ruhigen Abend und durften sich so einen Shutout „teilen“. Kurzum: Im ersten Vorbereitungsspiel vor dem Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele (1. – 4. September) in Riga lief vieles nahezu perfekt für das Team von Bundestrainer Marco Sturm.

Der Chefcoach hatte nach der Partie daher nur wenig zu kritisieren: „Wir können sowohl mit dem Spiel als auch mit dem Ergebnis zufrieden sein. Wir haben die Partie von Beginn an kontrolliert und uns gute Chancen erarbeitet, so dass wir sogar das ein oder andere Tor mehr hätten erzielen können.“ Er habe für das erste Spiel gute Ansätze gesehen, ergänzte Sturm und kam dann auf einen wichtigen Punkt zu sprechen, nämlich den der mannschaftlichen Geschlossenheit: „Alle vier Reihen haben funktioniert und die Torhüter waren auf dem Posten.“

In der Tat fiel gegen Frankreich besonders die phasenweise aggressive Spielweise seiner Jungs ins Auge. Bereits früh in des Gegners Zone griffen Kapitän Marcel Goc und Co den Gegner an,  zwangen ihn so zu Fehlern. Sofort nach Puckeroberung startete die Nationalmannschaft in der Offensive durch. Die Folge: Mehrfach wurde der Kasten der Franzosen belagert.  Doppeltes Metall verhinderte sogar einen höheren Erfolg. „Dennoch müssen wir uns heute auf einen noch stärkeren Gegner einstellen“, warnt Sturm sein Team eindringlich vor zu viel Selbstzufriedenheit. „Wir müssen mit der gleichen Disziplin an diese Partie heran gehen.“

Die Spieler dürfte den Hinweis ihres Coaches verstanden haben. „Es gilt, heute noch an den Feinheiten zu arbeiten“, sagte Stürmer David Wolf, der neben Felix Schütz, Leon Draisaitl und Brooks Macek zu den Torschützen zählte. Und da war ja noch Stanley Cup-Sieger Tom Kühnhackl. Der NHL-Star der Pittsburgh Penguins genoss seine Länderspielpremiere: „Es war gut. Am Anfang war ich etwas nervös und man muss sich schon ein wenig auf die andere Eisfläche einstellen. Nachher hat sich das aber gelegt. Mir hat das Spiel Spaß gemacht.“

Keine Notizen am Rande, sondern erwähnenswerte Fakten bietet das Wochenende in Weißrussland zudem: Während Moritz Müller von den Kölner Haien bereits gestern zum 100. Mal für Deutschland auf dem Eis stand, folgen ihm heute gegen Weißrussland Frank Hördler (Eisbären Berlin) sowie Marcel Goc (Adler Mannheim).

Der Kader ändert gegenüber Samstag sich nur gering: Nürnbergs Patrick Reimer wird für Gerrit Fauser ins Team rücken. Bei Dennis Seidenberg, der zwar ganz normal trainiert, aber aufgrund eines Magen-Darm-Infekts unter der Woche noch nicht ganz im Vollbesitz seiner Kräfte ist, will Sturm lieber kein Risiko eingehen. Keeper Philipp Grubauer wird abermals von Beginn an spielen, Timo Pielmeier heißt heute sein Ersatzmann.