Was, wenn Leistung nicht auf dem Eis beginnt – sondern Stunden vorher, in Signalen, die man kaum bewusst wahrnimmt? Profisportler warten nicht, bis etwas wehtut. Sie hören früher hin. Wie das funktioniert und was Daten dabei leisten können – darüber haben wir mit Verteidiger Leon Hüttl gesprochen.
Viele Sportler beschreiben das: Man wacht auf und spürt sofort, wie der Tag wird. Erkennst du das?
Ja, das gibt es. Wie du aufwachst, wie sich die Beine anfühlen, ob der Kopf schon da ist – das merkt man ziemlich schnell. Ich habe gelernt, diesen ersten Eindruck des Tages ernst zu nehmen. Er sagt meistens mehr, als man denkt.
Was passiert an Tagen, an denen dieses Gefühl fehlt?
Ich schaue, woran es liegt. Schlechter Schlaf, kurze Regenerationszeit nach dem letzten Spiel, vielleicht zu wenig gegessen – meistens gibt es eine konkrete Erklärung. Wenn ich die habe, weiß ich auch, wie ich den Tag angehe. Das Ignorieren funktioniert jedenfalls nicht. Das habe ich früh gelernt.
Ab wann fängt man eigentlich an, den eigenen Körper wirklich zu verstehen – nicht nur zu spüren?
Das war ein Prozess über mehrere Jahre. Irgendwann merkst du, dass der Körper ständig Signale sendet – und es sich lohnt, ihnen Aufmerksamkeit zu schenken, bevor etwas schiefläuft. Die meisten lernen das erst, wenn sie einen Rückschlag hatten.
Wie würdest du den Moment beschreiben, kurz bevor es losgeht – direkt vor dem Einlaufen?
Es gibt so einen Punkt in der Kabine, da verändert sich die Stimmung – bei mir, aber auch im ganzen Team. Man wird fokussierter, die Vorbereitung bekommt eine andere Qualität. Das ist kein Schalter, den du umlegen kannst. Das ist ein Prozess, der sich über die Stunden davor aufbaut.
Kann man diesen Zustand aktiv herbeiführen, oder kommt er einfach?
Routinen helfen. Eine bestimmte Struktur im Tagesablauf, feste Abläufe vor dem Spiel – das gibt Orientierung. Ich schaue dabei auch auf messbare Werte, zum Beispiel mit dem RingConn. Das gibt mir einen objektiven Anhaltspunkt, unabhängig davon, wie ich mich gerade fühle.
Druck gehört zum Profisport. Wie gehst du damit um – auch körperlich?
Druck ist definitiv keine rein mentale Sache – das merkt jeder Sportler irgendwann. Der Körper reagiert, das ist einfach so. Die Frage ist, wie man damit umgeht. Ich versuche, Stress als Signal zu sehen, nicht als Problem. Der Körper zeigt dir: Das hier ist wichtig. Und das stimmt ja auch. Damit zu arbeiten, statt dagegen – das ist der entscheidende Schritt.
Gibt es Momente im Spiel, in denen du das Gefühl hast, in deinem eigenen Rhythmus zu sein?
Das kennt jeder Spieler. Wenn der Rhythmus kurz wegbricht, hilft es, sich auf das Einfachste zu konzentrieren – Atmung, nächste Aktion, nichts weiter. Alles andere kommt danach.
Wie erkennst du, ob du nach einem intensiven Spiel wirklich erholt bist?
Das Gefühl allein reicht oft nicht. Man denkt, man ist fit – und der Körper ist es bisher nicht. Seit ich konkrete Werte im Blick habe, zum Beispiel über den RingConn, hat sich mein Umgang mit Regeneration verändert. RingConn ist eine Smart-Ring-Marke, die ich seit Kurzem nutze. Der Ring überwacht meine Gesundheit rund um die Uhr und erfasst Werte wie Schlaf, Stress, Gefäßgesundheit, Sauerstoffsättigung, Aktivität und weitere Wellness-Indikatoren. Das hilft mir, meinen Körper und meine Regeneration besser zu verstehen. Die Daten zeigen manchmal etwas anderes, als man erwartet. Und meistens stimmt das.
Daten und Intuition – schließt sich das für dich aus?
Ich sehe das nicht als Widerspruch. Im Spiel entscheide ich aus dem Bauch – da hilft keine App. Aber in der Vorbereitung und Regeneration ist es vorteilhaft, eine zweite Perspektive zu haben. Der Ring macht Dinge sichtbar, die man sonst übersieht. Das ergänzt die eigene Wahrnehmung, ersetzt sie aber nicht.
Was würdest du jemandem mitgeben, der kein Profisportler ist, aber besser auf seinen Körper hören möchte?
Einfach anfangen, hinzuhören – nicht erst, wenn etwas wehtut. Morgens kurz innehalten, schauen, wie man drauf ist, was man braucht. Das ist kein Sport-Ding, das ist grundsätzlich. Tools wie der RingConn können dabei helfen, weil sie zeigen, was man allein vielleicht übersieht. Aber die Grundhaltung muss man selbst entwickeln.
