Das Team von U18-Bundestrainer Andreas Becherer hat das Relegationsspiel bei der IIHF U18-Weltmeisterschaft 2026 in der Slowakei gegen Norwegen verloren und damit den Verbleib in der Top-Division verpasst. Vor 534 Zuschauern in Trenčín unterlag Deutschland auf dramatische Art und Weise mit 3:4 (0:1, 1:1, 2:2). Für die DEB-Nachwuchsauswahl trafen Max Calce (2) und Luis Becker.
Deutschland erwischte den besseren Start und hatte durch Leon Lell in der 4. Minute die erste Chance. Norwegen wurde früh unter Druck gesetzt und kam zunächst zu keiner zwingenden Gelegenheit. Erst in der 8. Minute musste der deutsche Torhüter Niclas Wolter mit der Fanghand erstmals richtig eingreifen. Im ersten Powerplay gab dann Tobias Krestan für den DEB-Nachwuchs einen gefährlichen Schuss ab (11.), doch der erste Treffer fiel auf der anderen Seite. Marcus Saether fing einen deutschen Pass ab und schoss zur Führung für die Skandinavier ein (14.) – auch weil der Puck noch leicht abgefälscht wurde. Das deutsche Team brauchte ein paar Minuten, um sich davon zu erholen. Wenige Sekunden vor der Sirene war dann auch noch Pech dabei, als Krestan nur das Torgestänge traf.
Im zweiten Drittel wurde Deutschland nach 29 Sekunden kalt erwischt, weil Nikas Aaram Olsen freistehend erhöhte (21.). Ein weiterer Schuss des Norwegers landete in der 25. Minute an der Latte, danach wurde die DEB-Nachwuchsauswahl wieder stärker. Dies wurde in der 27. Minute belohnt: Max Calce verzögerte geschickt und konnte so verkürzen. Die deutsche Mannschaft hatte jetzt ihre bis dahin beste Phase. Tim Hartmann im Powerplay und Jannes Schreiber hatten den Ausgleich auf dem Schläger (30./31.), zudem ging ein Abschluss von Jonas Schwarz an den Innenpfosten (31.). Deutschland spielte weiter nach vorne, musste aber auch vor den Gegenangriffen der Norweger auf der Hut sein.
Zum Schlussabschnitt kam Deutschland mit Volldampf aus der Kabine und Calce schnürte nach einer schönen Bewegung seinen Doppelpack zum Ausgleich (43.). Kurz darauf rückte wieder der deutsche Keeper in den Blickpunkt: Wolter vereitelte gegen Benjamin Haglund den erneuten Rückstand, schon im Gegenzug war Calce dicht dran am Hattrick (45.). Die junge DEB-Auswahl war nun am Drücker, aber Norwegen setzte Nadelstiche. Sowohl Wolter als auch Maximilian Aas, der seit dem 2:2 im Tor der Skandinavier stand, hielten stark. In der 51. Minute verpasste Calce in Überzahl erneut, Norwegen konterte zweimal brandgefährlich. Doch die nächste Aktion gehörte wieder Deutschland: Luis Becker sorgte für die erstmalige Führung. In der Schlussphase zog Deutschland zwei Strafen hintereinander und es wurde dramatisch – und bitter aus deutscher Sicht: Aaram Olsen markierte bei doppelter Überzahl den Ausgleich und 23 Sekunden vor Ablauf traf der junge Norweger zur Entscheidung (59./60.).
Damit belohnte sich das Team von U18-Bundestrainer Andreas Becherer leider nicht für eine tolle Aufholjagd, zwei Strafzeiten in den Schlussminuten kosteten letztlich den Sieg.
Als bester Spieler der DEB-Auswahl wurde Max Calce ausgezeichnet.
Offizielle Statistik: https://www.iihf.com/en/events/2026/wm18/gamecenter/statistics/71365/21-ger-vs-nor
Stimmen zum Spiel #NORGER
U18-Bundestrainer Andreas Becherer: „Wenn wir uns den gesamten Turnierverlauf anschauen, waren wir insgesamt nicht gut genug. Wir hatten bereits im Spiel gegen Dänemark eine Möglichkeit uns wichtige Punkte zu sichern, die wir aufgrund unserer Chancenverwertung verpasst haben. Auch heute war es ähnlich. Wir hätten das Spiel mit einer konsequenteren Spielweise für uns entscheiden können. Am Ende stehen wir mit leeren Händen da. Damit müssen wir nun zurechtkommen und das Turnier gemeinsam aufarbeiten.“
Christian Künast, Vorstand Sport des DEB: „Es ist uns nicht gelungen, den Verbleib in der Top-Division zu sichern – das müssen wir klar anerkennen. Das Ergebnis zeigt einmal mehr, dass wir im Nachwuchsbereich noch viel zu tun haben. Das ist eine Aufgabe, der wir uns stellen und die wir aktiv angehen. Mit den strukturellen und inhaltlichen Veränderungen, die wir angehen werden, wollen wir den Blick nach vorn richten. Das wird aber nur gelingen, wenn alle Vereine, Verbände und auch das komplette Umfeld der Aktiven diesen Weg gemeinsam mit uns mitgehen.“

