Die deutsche Männer-Eishockeymannschaft hat bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina das Halbfinale verpasst. Das Team von Bundestrainer Harold Kreis unterlag im Viertelfinale mit 2:6 (0:1, 1:3, 1:2) gegen die Slowakei. Vor 9.532 Zuschauern in der Milano Santagiulia Ice Hockey Arena erzielten Lukas Reichel und Frederik Tiffels die Tore für Deutschland.
Die im Vergleich zum Qualifikationsspiel gegen Frankreich unveränderte deutsche Mannschaft lieferte sich mit den Slowaken ein umkämpftes erstes Drittel. Der erste nennenswerte Abschluss kam von Samuel Takac in der fünften Minute, den Philipp Grubauer entschärfen konnte. Drei Minuten später hatte Moritz Seider die erste gute Schussmöglichkeit für Deutschland. Anschließend stand die deutsche Auswahl im ersten Unterzahlspiel gut. Kurz darauf bot sich dann selbst die Möglichkeit im Powerplay. John-Jason Peterka hatte hier die Führung auf der Kelle, Slowakei-Verteidiger Peter Ceresnak fälschte noch entscheidend ab (12.). In der 14. Minute musste Grubauer gegen Dalibor Dvorsky eingreifen. Danach beschäftigte unsere Mannschaft die Slowaken lange in deren Zone. Kurz vor Drittelende wurde Tobias Rieder durchaus foulwürdig gestoppt, doch der Pfiff blieb aus. Im Anschluss hielt Pavol Regenda seinen Schläger in einen Distanzschuss und brachte die Slowakei so in Führung (19.). Deutschland antwortete beinahe noch vor der Pause, Frederik Tiffels und Leon Draisaitl ließen leider einen Konter liegen (20.).
Deutschland kam mit Dampf in den zweiten Abschnitt. Doch Slowakei-Verteidiger Eric Cernak sorgte von der blauen Linie für Gefahr (24.). Die 25. Minute wurde dann ereignisreich: Milos Kelemen erhöhte nach einem gewonnenen Zweikampf, im Gegenzug hatte Marc Michaelis die Chance zum Anschluss. Und wieder nur Sekunden später stand Deutschland zu offen, was Oliver Okuliar mit dem Doppelschlag zum 3:0 bestrafte. Zwischen beiden Toren lagen 33 Sekunden. Das Team von Bundestrainer Harold Kreis wollte nun unbedingt zurück in die Parte finden. Stattdessen nutzte Dvorsky in der 31. Minute den nächsten Konter für die Slowaken. Deutschland fand nur langsam wieder die Zuordnung, schaltete dann aber wieder auf Angriff um. Schließlich besorgte Lukas Reichel in der 35. Minute per Direktschuss das erste Tor und brachte damit die Hoffnung zurück. In der 40. Minute war der Stürmer sogar noch dran am zweiten Treffer, welchen Samuel Hlavaj im slowakischen Tor verhinderte.
Kurz nach Beginn des Schlussdrittels machte Regenda seinen Doppelpack perfekt (41.). Deutschland erarbeitete sich in der Folge Torchancen durch Draisaitl und Reichel (44./47.). Auch das nächste Überzahlspiel wurde durch Joshua Samanski gefährlich (48.), zudem traf Seider leider nur den Pfosten (49). In der 50. Minute fiel dann aber doch das Powerplaytor. Frederik Tiffels war durch einen Onetimer erfolgreich. Das deutsche Team probierte noch einmal alles und brachte die Pucks in Richtung Tor – ohne Erfolg. Auch zwei Rebounds von Peterka und Samanski verfehlten ihr Ziel (53./57.). In der 57. Minute ging Grubauer für einen sechsten Feldspieler vom Eis und Tomas Tatar besorgte mit einem Schuss in den leeren deutschen Kasten den 2:6-Endstand.
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Christian Künast, Vorstand Sport des DEB: „Wir haben mit unseren beiden Nationalmannschaften mit dem Erreichen der Viertelfinals unser internes Verbandsziel erreicht. Aber natürlich haben wir uns für das heutige Spiel mehr vorgenommen und sind nach dem Ausscheiden dementsprechend enttäuscht. Die Slowakei war in den entscheidenden Momenten einen Schritt schneller – sie hatten weniger Spiele in den Beinen und waren heute frischer. Sie haben sich dadurch den Sieg hart erarbeitet und verdient gewonnen. Das müssen wir anerkennen. Jetzt gilt es, das Turnier in Ruhe zu analysieren, die Erfahrungen mitzunehmen und die richtigen Schlüsse für die kommenden Aufgaben zu ziehen.“
Bundestrainer Harold Kreis: „Die Slowaken haben sehr schnell nach vorn gespielt und die Scheibe hinter unsere Verteidiger gebracht. Sie haben versucht, durch die neutrale Zone Tempo aufzubauen, um uns läuferisch unter Druck zu setzen. Das ist ihnen gut gelungen, sie haben sehr gut gespielt und uns auch spielerisch unter Druck gesetzt. Im zweiten Drittel haben wir zu sehr gepresst und unsere Struktur verlassen. Wir haben auch einige individuelle Fehler gemacht und es sind Situationen entstanden, die aus Zweikämpfen entstanden sind. Am Ende haben wir den Rückstand nicht mehr aufholen können, obwohl wir bis zuletzt gekämpft haben.“
Kapitän Leon Draisaitl: „Wir haben heute einfach zu viele Fehler gemacht. In so einem Spiel musst du dir selbst so lange wie möglich eine Chance geben, das Spiel zu gewinnen. Das haben wir nicht gemacht. Ich weiß nicht, wie viele Konter wir zugelassen haben. Es waren auf jeden Fall zu viele. Wenn man so spielt, gibt man sich gar nicht erst die Chance. Ich glaube, dass wir insgesamt im Turnier schon besser spielen wollten. Wir haben nie so wirklich zu unserem optimalen Spiel gefunden.“
Assistenzkapitän Moritz Seider: „Das zweite Drittel war maßgeblich für das gesamte Spiel. Nach dem zweiten Gegentreffer haben wir den Faden und die Struktur verloren und sind in viele Konter reingelaufen. Wir haben versucht, das Ganze mit der Brechstange anzugehen, und dann wird es natürlich selten was. Wir haben dann nie mehr richtig die Kontrolle über das Spiel bekommen und deutlich verloren. Das Turnier-Aus ist sehr bitter für uns.“

