Die schwedische Frauen-Nationalmannschaft zählt historisch zu den erfolgreichsten europäischen Teams im olympischen Frauen-Eishockey. Seit Einführung des Turniers 1998 haben die Damkronorna an allen Olympischen Spielen teilgenommen und dabei zwei Medaillen gewonnen: Bronze 2002 in Salt Lake City sowie Silber 2006 in Turin. Hinzu kommen zwei vierte Plätze, 2010 und 2014. In den vergangenen beiden Turnieren belegte Schweden Rang sieben (2018) und den achten Platz (2022), die bislang schlechteste olympische Platzierung. Auch bei Weltmeisterschaften konnte Schweden zuletzt nicht an frühere Erfolge anknüpfen, verfügt aber weiterhin über zwei WM-Bronzemedaillen (2005, 2007) und rangiert aktuell auf Platz sechs der IIHF-Weltrangliste.
Bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking tat sich Schweden in der Vorrunde schwer, unterlag unter anderem Japan, erreichte aber dennoch das Viertelfinale und scheiterte dort deutlich an Kanada. Seitdem arbeitet das Team unter Cheftrainer Ulf Lundberg an der Rückkehr zur erweiterten Weltspitze. Der Kader für Mailand und Cortina 2026 vereint erfahrene Führungsspielerinnen mit einer Reihe talentierter Akteurinnen aus der PWHL, der SDHL sowie dem NCAA-Bereich und gilt als deutlich stabiler als noch vor vier Jahren.
Schlüsselspielerinnen / Players to Watch
Im Angriff verfügt Schweden über große Tiefe. Zu den Führungsspielerinnen zählen Lina Ljungblom und Sara Hjalmarsson, beide langjährige Nationalspielerinnen mit PWHL-Erfahrung. Besonders im Fokus steht die 19-jährige Hilda Svensson, die bereits seit ihrem 15. Lebensjahr Teil der A-Nationalmannschaft ist und derzeit eine herausragende College-Saison an der Ohio State University spielt. Ebenfalls aus dem NCAA-Bereich kommen Josefin Bouveng (University of Minnesota) und Thea Johansson (Minnesota Duluth), die in der Liga auch Konkurrentinnen von Katarina Jobst-Smith und Svenja Voigt waren beziehungsweise sind. Aus der SDHL sind unter anderem Hanna Thuvik, Sofie Lundin und Ebba Hedqvist als torgefährliche Optionen hervorzuheben.
In der Defensive ist Maja Nylén-Persson die zentrale Figur. Die PWHL-Verteidigerin der New York Sirens verpasste zuletzt verletzungsbedingt eine Weltmeisterschaft, ist nun aber wieder voll einsatzfähig. An ihrer Seite spielt mit Anna Kjellbin (Toronto Sceptres), die in der Saison 2024/2025 während der Playoffs ebenfalls Teamkollegin von Laura Kluge bei Toronto war, eine weitere international erfahrene Abwehrspielerin. Ergänzt wird die Defensive durch routinierte Kräfte wie Linnea Andersson und Jessica Adolfsson sowie durch junge College-Spielerinnen wie Mira Jungåker und Jenna Raunio.
Im Tor setzt Schweden auf Emma Söderberg, die seit Jahren die Nummer eins ist. Nach schwierigen Spielzeiten in Nordamerika fand sie in der SDHL zu stabiler Form zurück und kann mit starken Fangquoten Spiele entscheiden. Mit Ebba Svensson Träff von Linköping HC (SDHL) steht zudem eine leistungsstarke Alternative zur Verfügung.
Einordnung und Ausblick auf das Duell mit Deutschland
Schweden gilt als physisch starkes, strukturiert spielendes Team mit hoher individueller Qualität, das sich in den vergangenen Jahren jedoch in entscheidenden Spielen schwergetan hat. In der olympischen Gruppe B wird Schweden als einer der Favoriten auf den Gruppensieg gehandelt. Für die deutsche Frauen-Eishockeymannschaft ist Schweden ein direkter Maßstab auf Top-acht-Niveau. Die jüngsten direkten Vergleiche zeigen ein ausgeglichenes Bild: Bei der Weltmeisterschaft 2024 in den USA konnte Deutschland sich mit 1:0 durchsetzen, während Schweden bei der WM 2025 in Tschechien mit 5:2 gewann.
Für Deutschland bietet das Duell die Gelegenheit, sich gegen einen traditionsreichen Gegner zu behaupten und die eigene Position in der erweiterten Weltspitze weiter zu festigen.

