In dieser Woche findet bereits zum zweiten Mal die gemeinsam vom Deutschen Eishockey-Bund e.V. (DEB), der PENNY DEL und der DEL2 organisierte Rekrutierungswoche statt. Dabei geht es gezielt darum, Kinder für den Eishockeysport zu begeistern. Während die ersten Aktionen bereits stattgefunden haben und viele weitere in den kommenden Tagen anstehen, spricht Ulrich Liebsch, Nachwuchskoordinator der PENNY DEL, über die Schnupperwoche und die größten Herausforderungen im Nachwuchsbereich.
Herr Liebsch, was steckt hinter der Idee der Schnupperwoche?
Ulrich Liebsch: „Wir wollen weiterhin wachsen und noch mehr Kinder für das Eishockey begeistern. Durch die mediale Präsenz im Vorfeld und während der Schnupperwoche hoffen wir, noch mehr Kinder und Eltern zu erreichen und deren Interesse für unser Nachwuchseishockey zu wecken.“
Wie erfolgreich war das Projekt im vergangenen Jahr?
Liebsch: „Ich kann für die Stammvereine der Clubs in der PENNY DEL sprechen. Hier waren fast alle an den Aktionen beteiligt. Das Interesse war groß, wir haben jedoch bei allen Klubs schon volle Laufschulen und das Interesse im unteren Bereich ist enorm.“
Was sind die großen Herausforderungen unseres Sports, wenn es darum geht, mehr Kids für Eishockey zu begeistern?
Liebsch: „Mit der Ausrüstung in die Halle zu kommen, dafür benötigen die Kleinsten die Eltern. Daher muss man auch die Eltern für den Sport begeistern. Zudem ist es auch eine infrastrukturelle Frage: Wenn Vereine wegen knapper Eiszeiten keine für Familien attraktive Zeiten anbieten können, haben sie einen großen Nachteil. Außerdem benötigt man immer viele ehrenamtliche Helfer, die sich im Laufschul-Team engagieren.“
Wie sehen Sie generell die Arbeit an den Standorten im Nachwuchsbereich? Was hat sich in den letzten Jahren entwickelt, wo gibt es weiterhin Anstrengungen?
Liebsch: „Wir wachsen weiter. Dafür sprechen die Zuwachsraten im unteren Bereich. Die Qualität in der Ausbildung ist verbessert, muss aber noch weiter optimiert werden. Das liegt jedoch auch immer an handelnden Personen vor Ort. Wir werden im 5-Sterne-Ausbildungsprogramm ab der Saison 2026/2027 einen Vollzeittrainer im Bereich U11 und jünger fordern. Dadurch soll die Qualität der Ausbildung im Grundlagenalter weiter gesteigert werden. Ein weiterer Schritt wird die neue Ausbildung zum Nachwuchsleiter des DEB sein. Dieser soll die Arbeit im langfristigen Leistungsaufbau im Nachwuchs weiter professionalisieren und die Qualität steigern.“
Wie würden Sie Eltern die Angst nehmen, ihr Kind zum Eishockey zu schicken? Was sind die Besonderheiten der Sportart für Groß und Klein?
Liebsch: „Eishockey ist der ultimative Teamsport. Für die soziale Entwicklung eines Kindes ist der Sport daher ein riesiger Gewinn. Die Kinder sind mit der Ausrüstung gut geschützt, im Nachwuchs haben wir keine schwerwiegenden Verletzungen. Für die motorische Entwicklung ist Eishockey ebenfalls perfekt. Die Bewegungen auf dem Eis sind hoch komplex, aber die Kids lernen das erstaunlich schnell, wenn sie regelmäßig ins Training kommen.“
Weitere Informationen und aktuelle Aktionen der Schnupperwoche gibt es unter: https://www.deb-online.de/5-sterne-programm/schnupperwoche/
Ulrich Liebsch, Foto: City-Press

