Auftakt zum Deutschland Cup: „Die Freude kann man greifen“

Ihren ersten Auftritt beim Deutschland Cup kann die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft kaum erwarten. „Die Freude kann man greifen, die versprühen die Jungs. Es ist einfach unglaublich, wie engagiert sie sind“, sagte U18-Bundestrainer Steffen Ziesche vor dem Duell der DEB-Auswahl mit dem Top Team Peking am Donnerstagabend (19.45 Uhr/Magenta Sport und Sport1), in dem die „jungen Wilden“ (Yannic Seidenberg) von Headcoach Tobias Abstreiter der Nationalmannschaft das Leben so schwer wie möglich machen wollen.

Endlich wieder Wettkampfmodus für die DEB-Teams nach langen Monaten des Wartens und obwohl unter ganz anderen Voraussetzungen als gewohnt, soll der Deutschland Cup 2020 in der Krefelder Yayla Arena tollen Sport bieten. „Wir wollen die Spiele sinnvoll nutzen, dem Eishockey wieder Leben geben und das Beste dafür tun, dass wir im Alltag dort weitermachen können, wo wir hier anfangen“, betonte der Berliner Marcel Noebels, und ergänzte: „Jedes Spiel, das momentan im Eishockey gespielt wird, ist positiv.“

Nur zu gerne wäre Bundestrainer Toni Söderholm selbst dabei, um seine Mannschaft ein Jahr nach dem letzten A-Länderspiel an der Bande zu coachen, doch ein positiver Coronatest verhinderte dies. So wird der 42-Jährige von München aus das Duell mit dem Top Team Peking verfolgen – ebenso wie die Begegnungen der deutschen Teams gegen Lettland am Freitag und Samstag sowie das Finale am Sonntag. Der Kontakt nach Krefeld besteht für Söderholm aber nahezu permanent. „Wir haben einen total engen Austausch und arbeiten total nach Tonis Vorgaben“, sagte Ziesche, der gemeinsam mit Bremerhavens Coach Thomas Popiesch das Team anleiten wird. Der frühere finnische Nationalspieler Ville Peltonen ist zudem als externer Berater mit dabei.

Das Top Team Peking ist auch mit Blick auf die U20-WM in Edmonton/Kanada am Ende des Jahres zusammengestellt worden. So soll Spielern der U20-Mannschaft eine Bewährungsmöglichkeit und die Gelegenheit zu einem Härtetest unter Wettkampfbedingungen gegeben werden. Außerdem verstärken Perspektivspieler der Nationalmannschaft den Kader. „Dass wir jetzt die Möglichkeit haben, zwei wettbewerbsfähige Teams zu stellen, ist auch ein Zeichen an Europa, dass im deutschen Eishockey viel Gutes passiert ist“, hatte Söderholm bereits im Vorfeld des Turniers gesagt.

Im DEB-Team feiert Verteidiger Leon Gawanke, zurzeit von den Winnipeg Jets an die Eisbären Berlin ausgeliehen, sein Länderspieldebüt. Der Berliner hatte in seiner ersten Saison in Nordamerika große Fortschritte gemacht und sich so empfohlen. „Ich freue mich, dass es geklappt hat und ich jetzt auch auf höherem Level die Chance habe, zu zeigen, was ich kann“, sagte er. Der offensivstarke Rechtsschütze erwartet zum Auftakt ein Top Team Peking mit „talentierten und motivierten Jungs, die ich alle kenne.“ Routinier und Olympia-Silberheld Seidenberg will aber keinen Zentimeter Eis preisgeben: „Sie wollen uns schlagen, aber für uns geht es darum, unseren Rhythmus schnell zu finden und zeigen, dass wir noch hierhergehören. Es wird sicher ein interessantes Spiel mit einer hohen Geschwindigkeit.“

Fotos: City-Press