Sturm-Debüt

Bundestrainer Sturm: „Haben es versäumt, nachzusetzen“ / Eidgenossen routiniert / Morgen gegen Slowakei ab 17.30 Uhr bei SPORT1

Aufopferungsvoller Kampf wurde nicht belohnt: Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft startete mit einer knappen 2:3 (1:0, 0:2, 1:1)-Niederlage im spannungsgeladenen Nachbarschafts-Duell gegen die Schweiz in den 26. Deutschland Cup.

Beim Debüt von Bundestrainer Marco Sturm im Augsburger Curt-Frenzel Stadion begannen die Hausherrn wie angekündigt voller Elan, doch setzten sich am Ende routinierte Eidgenossen durch.

„Wir haben im ersten Drittel sehr gut angefangen, es aber versäumt, im zweiten Durchgang nachzusetzen. Das haben die Schweizer ausgenutzt“, konstatierte Marco Sturm unmittelbar nach der Partie.

Schweiz-Keeper Benjamin Conz war es zu verdanken, dass die deutsche Auswahl trotz einer Vielzahl von besten Einschussmöglichkeiten nur durch den Treffer von Philip Gogulla zum Erfolg kam. Der Kölner Stürmer war zum 1:0 bei doppelter Überzahl im Nachschuss erfolgreich. Felix Schütz leistete die Vorlage. Zuvor hatten sich Yasin Ehliz, David Wolf und Patrick Reimer die Zähne am Gäste-Schlussmann ausgebissen.

Die Eidgenossen kamen nach dem Wechsel besser und wesentlich disziplinierter als noch im ersten Abschnitt aus der Kabine. Kurz nach Ablauf der zweiten Strafe gegen die Nationalmannschaft war auch Endras erstmalig geschlagen: Simon Moser nutzte einen Nachschuss zum 1:1-Ausgleich. Endras‘ Glanztat gegen Lino Martschini verhinderte kurz darauf sogar einen Rückstand. Gegen den Abstauber von Greg Hofmann war der Mannheimer Torwart jedoch machtlos, der deutsche Keeper entschärfte sogar wenig später einen Penalty.

Im Schlussabschnitt drängte das DEB-Team mit Vehemenz auf den Ausgleich. Diese Bemühungen wurden gegen Mitte des Schlussdrittels belohnt, als der Ex-Augsburger Daryl Boyle den Puck mit einem Schlagschuss von Halbrechts an Freund und Feind vorbei in die Schweizer Maschen hämmerte. Nur eine Minute darauf hätte die Nationalmannschaft nach feiner Vorarbeit von Macek sogar in Unterzahl in Führung gehen können, doch Patrick Reimer schob die Scheibe frei knapp am Schweizer Gehäuse vorbei.

Stattdessen drehten die Schweizer das Duell kurzerhand wieder durch einen fulminanten Schlagschuss von Lino Martschini. In einer hektischer werdenden Schlussphase mit einigen Strafzeiten erarbeitete sich das deutsche Team zwar weitere gute Möglichkeiten, doch brachten die Eidgenossen ihren Sieg mit Übersicht über die Zeit.

Bereits morgen geht es für das DEB-Team weiter. In ihrem zweiten Turnier-Duell trifft das Sturm-Team auf die Slowakei (ab 17.15 Uhr auf SPORT1 die mit einem 0:1 (0:0, 0:1, 0:0) gegen Team USA in den Deutschland Cup gestartet war.  Dabei hatte ausgerechnet Augsburgs Lokalmatador Ben Hanowski den Treffer des Tages für die US-Boys erzielt.

Bundestrainer Marco Sturm: „Wir haben gut angefangen. Die Jungs waren bereits, das hat man gemerkt. Im ersten Drittel hat meine Mannschaft viel Druck erzeugen können. Wir hatten viele Überzahlsituationen, konnten davon aber leider nur eine zu unseren Gunsten nutzen. Ab dem zweiten Abschnitt wurde die Schweiz besser, weil uns die Spritzigkeit etwas gefehlt hat. Dadurch hat uns die Schweiz zu Strafen gezwungen, in denen zwei Gegentreffer gefallen sind. Daher waren die Specialteams der Unterschied. Im letzten Drittel hat uns das 2:2 nochmal Sauftrieb gegeben. Die Jungs haben alles versucht. Insgesamt bin ich aber mit der Art und Weise, wie wir gespielt haben, zufrieden. Die Schweiz war heute einen Tick cleverer.“

Dennis Endras (Adler Mannheim): „Entscheidend waren die Specialteams. Das ist international eigentlich meistens der Fall. Die Schweiz hat ihr Überzahlspiel einfacher besser genutzt. Wir hätten vielleicht zu Beginn das eine oder andere Tor mehr schießen können. Bei einem 2:0 wäre es für den Gegner schwer geworden. Durch den Ausgleich haben wir die Schweiz allerdings wieder ins Spiel gebracht.“

Brooks Macek (Iserlohn Roosters): „Das war natürlich auf der einen Seite ein tolles Erlebnis für mich, erstmals dabei sein zu können. Auf der anderen Seite kann ich mich über mein Debüt nicht wirklich freuen, schließlich haben wir verloren. Am Anfang war ich etwas nervös, das hat sich aber nach zwei, drei Einsätzen gelegt. Es war ein schnelles Spiel, in dem die Strafzeiten entschieden haben.“

Sinan Akdag (Adler Mannheim): „Es war eine enge Partie. Kleinigkeiten haben den Unterschied gemacht. Leider waren wir heute nicht die glücklichere Mannschaft. Trotzdem kann man auf diese Leistung aufbauen. Am Samstag wollen wir gegen die Slowakei den ersten Sieg. Wenn wir über 60 Minuten unsere Leistung abrufen, haben wir gute Chancen.“

Deutschland: Endras (Brückmann) – Mo. Müller, Daschner; Goc, Boyle; Akdag, Ankert; Ebner – Ehliz, Schütz, Reimer; Gogulla, Hager, Macek; Ma. Müller, Pietta, Krämmer; Flaake, Kahun, Wolf.

Tore:  1:0 Philip Gogulla (17:58/PP2), 1:1 Simon Moser (24:52), 1:2 Gregory Hofmann (30:00/PP1), 2:2 Daryl Boyle (48:19), 2:3 Lino Martschini (51:50/PP1)

Zuschauer: 4.258

Die offizielle Spielstatistik finden Sie hier: http://stats.iihf.com/deb/28/index.html