5 Fragen an... Ernst Höfner

Bundesnachwuchstrainer Ernst Höfner

Ernst Höfner, Bundestrainer der U20 Nationalmannschaft, die Mitte Dezember 2011 bei der 2012 IIHF Eishockey U20 WM Div.I in Garmisch-Partenkirchen ohne Niederlage den Wiederaufstieg in die Top Division geschafft hat, über die zurückliegenden Turniertage und die Zukunft der jungen Spieler.


Herr Höfner, jetzt mit etwas Abstand und den hoffentlich ruhigen Weihnachtstagen dazwischen: Wie wichtig ist der Wiederaufstieg für den deutschen Eishockey-Nachwuchs?

Es ist natürlich wichtig, dass wir mit allen Mannschaften in der höchsten Liga spielen. Genauso wichtig ist es aber, wie viele Spieler den Sprung aus der U20 in die A/B- Nationalmannschaft schaffen. Das Potenzial haben einige Spieler des Jahrgangs 92 – Tom Kühnhackl, Marcel Noebels, Konrad Abeltshauser, Matthias Niederberger, um nur einige zu nennen.

 

Kann man das Turnier für Ihre Mannschaft als „glatten Durchmarsch“ bezeichnen?

Wir haben als einzige Mannschaft alle Spiele gewonnen (34 Tore geschossen). Das sagt schon einiges aus. Trotzdem war unser erstes Spiel auf Messers Schneide, genau wie unser Finalspiel gegen Norwegen. Letztendlich waren wir aber die stärkste Mannschaft und die konstanteste.

 

Wie haben Sie das letzte Spiel gegen Norwegen, das ja eine Art Finale war, erlebt?

Wir sind zwar sehr gut ins Finalspiel reingekommen, mit viel Einsatz und Emotion, aber haben im ersten Drittel 3 Strafzeiten gegen uns überstehen müssen, was wir toll gemeistert haben. Unser 1-0 war eine absolute Klasseleistung. Im zweiten Drittel haben wir in Unterzahl das 2-0 geschossen und haben danach das Spiel kontrolliert. In der letzten Minute haben wir durch einen Wechselfehler die Norweger wieder ins Spiel gebracht, die den Anschlusstreffer erzielen konnten. Im letzten Drittel wurde es nochmals ganz eng, nachdem die Norweger innerhalb kurzer Zeit den Ausgleich und zudem den Führungstreffer erzielen konnten. 7 Minuten noch zu spielen, ein Tor im Rückstand und zusätzlich ein Spieler weniger auf dem Eis waren die schwersten Voraussetzungen, um das Spiel zu gewinnen. Nach der überstandenen Strafe wurde das Publikum zum ersten Mal so richtig aktiv und hat der gesamten Mannschaft unglaubliche Energie verliehen. Ausgleich Abeltshauser und die beiden Tore von Elsner (Vorarbeit Rieder) haben uns zum verdienten Sieger gemacht.

 

Haben Sie die Jungs besonders verabschiedet? In dieser Konstellation wird es die Mannschaft ja nicht mehr geben.

Natürlich haben wir die Jungs verabschiedet. Ich habe mich bei allen für die tollen 14 Tage bedankt und jedem auf den Weg mitgegeben, sich auch weiterhin so anzustrengen, um die eigenen Ziele zu verwirklichen. Der nächste Schritt wird natürlich der schwerste, der Sprung in die Senioren Nationalmannschaft.

 

Nächstes Jahr warten dann die Elite-Eishockeynationen im russischen Ufa auf die deutschen Aufsteiger. Welche Chancen rechnen Sie sich aus, in der Top Division zu bleiben? 

Die Top Division im nächsten Jahr ist natürlich für unsere Jungs eine super Herausforderung. Frei nach Sepp Herberger „nach der WM ist vor der WM“ gilt es zunächst, den neuen U20 Kader zu sichten; über Stützpunkttraining, Internationale Turniere, Sommertraining und vieles mehr uns bestmöglich auf die WM vorzubereiten.

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Vereinen (DEL, B2 , Oberligen) bedanken, die uns die Spieler trotz laufenden Spielbetriebs zur Verfügung gestellt haben. Wie wichtig eine vernünftige Vorbereitung auf solch große Ereignisse ist, haben wir in den Spielen in Garmisch-Partenkirchen erlebt.

 

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