Es ist vollbracht! U20 spielt wieder in der Top Division
…und fährt nächstes Jahr nach Ufa (Russland)
Die Mühen haben sich gelohnt. Der Vorbereitungslehrgang in Füssen, die Testspiele gegen Japan, die Anreise der Spieler aus Kanada. Nach sieben Tagen in Garmisch-Partenkirchen stand die deutsche U20 Nationalmannschaft am Samstagabend als Sieger der 2012 IIHF Eishockey U20 WM Div. I Gruppe A fest – und als Aufsteiger in die Top Division. Sieben Tage mit klaren und knappen Siegen, mit Spaß am Spiel und dem Kampf gegen einen Virus.
Bundesnachwuchstrainer Ernst Höfner hatte die jungen Spieler sehr gut auf den Wettbewerb vorbereitet. Der Druck war hoch, kann nach der neuen Regel doch nur der Erstplatzierte in die Elitegruppe aufsteigen. Sieger musste man also werden und die „Mission Aufstieg“ konnte beginnen.
Schützenfest und harte Brocken
Eine, im Vorhinein als besonders schweres Spiel bezeichnete, Partie war die Begegnung gegen Weißrussland. Nach einem torlosen ersten Drittel brach Bernhard Keil den Bann und sorgte für die Führung. Im letzten Abschnitt fiel der Ausgleich, doch Nicolas Krämmer erlöste die Mannschaft von dem Druck das Auftaktspiel zu gewinnen.
Es folgten Partien mit überaus erfreulichen und deutlichen Ergebnissen. Zwei Schützenfeste gegen Österreich (11:2) und Großbritannien (11:1) sowie der Erfolg über Slowenien (5:2), auch wenn Letzteres bis zum Ende des zweiten Drittels – da stand es 2:2 – keinen klaren Favoriten hervorbringen konnte. Drei Tore fielen in den letzten 20 Minuten durch Richard Gelke, Bernhard Keil sowie Marcel Noebels und machten den Sieg perfekt.
Die deutsche Mannschaft wurde zu Beginn und zum Schluss von zwei Teams flankiert, von denen Höfner jeweils wusste, dass „man die erst einmal schlagen muss“. Stand am Anfang also Weißrussland kam es am Schluss zum Showdown mit Norwegen, Mitabsteiger und Mitfavorit auf den Turniersieg.
Wie erwartet wurde der DEB-Auswahl alles abverlangt. 1:0-Führung nach dem ersten Drittel, 2:1 nach dem zweiten Drittel. Im dritten Drittel gingen die Norweger nach 46:04 Minuten mit 2:3 in Führung. Erst fünf Minuten vor Ende begann mit dem Tor von Konrad Abeltshauser die Schlussoffensive und David Elsner machte mit zwei Toren den Sack zu.
Statistiksieger
Alle hatten ihre Leistung abgerufen und waren fit, obwohl ein hartnäckiger Magen-Darm-Virus bereits vor dem Österreich-Spiel gleich mehrere Spieler sowie die medizinische Abteilung Schachmatt gesetzt hatte. Der spielfreie Dienstag kam da wie gerufen und holte die „Kranken“ rechtzeitig zurück. Der Coach hatte letzten Endes in allen Belangen die stärkste und robusteste Kaderauswahl getroffen. Fünf Spiele und fünf Siege hieß die Bilanz, aber auch in den Statistik-Wertungen zeigten die jungen Deutschen, dass sie ein funktionierendes Team sind, mit einer Reihe von Ausnahmetalenten.
So führt Tobias Rieder am Ende die Scoring-Wertung mit 13 Punkten, sowie die Assist-Statistik mit neun Punkten an. Platz 2 bei den Top Scorern belegen punktgleich (9) David Elsner und Marcel Noebels. Konrad Abeltshauser holt sich als Verteidiger nicht nur die Auszeichnung als bester Defender (7 Scorer-Punkte), sondern wies die beste P-M Statistik auf (+10). Außerdem ist er hinter Rieder Zweitplatzierter in der Assist-Wertung. Goalie Mathias Niederberger biss sich hinter dem Weißrussen Yan Shelepnyov auf Rang zwei in der Goalkeeper-Statistik fest, mit hervorragenden 92,13 Prozent und wurde darüber hinaus als bester Torhüter des Turniers ausgezeichnet.
Insgesamt sahen sich rund 7500 Zuschauer die Spiele an. Alleine 1628 kamen zum „Finale“ und konnten sich über die Erfüllung der Mission Aufstieg freuen.
Weißrussland verabschiedet sich als Zweiter aus Garmisch-Partenkirchen vor Norwegen, Slowenien und Österreich. Großbritannien steigt nach der Niederlage im letzten Spiel gegen die Österreicher in die Division I Gruppe B ab.
Im nächsten Jahr reist die U20 nun also ins russische Ufa, wo die 2013 IIHF Eishockey U20 WM stattfindet. Das Elitefeld ist naturgemäß stark besetzt. In diesem Jahr treffen in Kanada Russland, Schweden, Schweiz, Slowakei, Lettland, Kanada, USA, Finnland, Tschechien und Dänemark aufeinander. Abgesehen von einem Absteiger werden das die nächsten Gegner der Deutschen sein.


