Eishockey verbindet – Integration & Vielfalt im schnellsten Mannschaftssport der Welt

Der Deutsche Eishockey-Bund e.V. (DEB) initiierte im Dezember 2016 gemeinsam mit der International Ice Hockey Federation (IIHF) das Projekt „Integration im Eishockey“. Seitdem sind fast zwei Jahre vergangen und in der Zwischenbilanz erscheinen zahlreiche Vereine, die sich bei Informationsveranstaltungen und Integration Days aktiv mit dem Thema befasst haben.

Damit Integration im Eishockey weiterhin aktiv und erfolgreich betrieben werden kann, unterstützt der DEB die Vereinsvertreter, Trainer und Spieler auch in der Zukunft. So wurden die Integration Days vor der Saison 2017/18 ins Leben gerufen, bei denen Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund oder aus sozial benachteiligten Verhältnissen im Rahmen eines „Schnuppertrainings“ für den Eishockeysport begeistert werden. Der DEB unterstützt die Vereine hierbei mit einem Leitfaden zur Umsetzung, sowie digitalen Werbemitteln, mehrsprachigen Flyern und Postern. Für die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der Integration Days steht die DEB-Projektbetreuerin Julia Eisenrieder den Vereinen unterstützend zur Seite.

„Beim Eishockey geht es um Teamgeist, Willen und Leidenschaft. Es spielt keine Rolle woher man kommt, welche Sprache man spricht oder welcher Religion man angehört, solange man mit Energie und Herz auf dem Eis steht“, erklärt die 28-Jährige. „Im Rahmen des Projekts Integration im Eishockey unterstützen wir unsere Mitglieder bei der integrativen Arbeit in den Vereinen und gehen dabei verstärkt auf Kinder mit Migrationshintergrund zu.“ Eisenrieder betreut das Projekt, seitdem es ins Leben gerufen wurde. Sie arbeitet hierfür eng mit Vereinen wie dem EHC Straubing, dem 1.EV Weiden oder den Roten Teufeln Bad Nauheim zusammen. „Das sind die Vereine, die sich bisher verstärkt engagiert haben“, erklärt die Projektbetreuerin. „Auch der EHC Nürnberg hat in der vergangenen Woche seine erste „Learn to Play“-Veranstaltung durchgeführt, bei der sie im Vorfeld auf Kinder mit Migrationshintergrund zugingen. Wir hoffen natürlich, dass in Zukunft noch viele weitere Vereine hinzukommen.“

In der Trainerausbildung des DEB spielt Integration eine zunehmend größere Rolle. Karl Schwarzenbrunner, Bundestrainer für Wissenschaft und Ausbildung beim DEB, hat das Thema fest in den A-, B- und C-Trainermodulen verankert. Beginnend mit einem ersten Seminar zum interkulturellen Lernen im Sport, hat sich die Wichtigkeit des Themas und zugleich das Interesse der Trainer so weit entwickelt, dass künftige Veranstaltungen thematisch immer umfassender werden und bis zu 30 Teilnehmer fortbilden. So geschehen im Juni 2018, als die B-Trainer ein eigenes Modul zum Thema „Interkulturelle Sensibilisierung“ besuchten. Weiterhin wurden allen A-, B- und C-Trainern das Intensivseminar „Fit für die Vielfalt“ zur Fortbildung angeboten. Diese zweitägige Fortbildung findet im September 2018 statt und setzt auf thematische Schwerpunkte wie Interkulturalität oder Anti-Diskriminierung. Das Intensivseminar ist bereits seit Wochen ausgebucht.

„Integration funktioniert nicht von alleine und Sport ist nicht per se integrativ. Es ist ein Prozess, der viel Expertise und Engagement erfordert, um proaktive Maßnahmen einleiten und durchführen zu können“, erklärt Karl Schwarzenbrunner. „Wir sehen Integration nicht als Selbstverständlichkeit an, sondern möchten die Trainer im Rahmen der Seminare für das Thema sensibilisieren und ihnen Tipps für ihre tägliche Arbeit vermitteln.“

Fördermöglichkeiten für Vereine bietet auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB). Im Rahmen des Bundesprogramms „Integration durch Sport“, welches langjährig durch das Bundesministerium des Inneren gefördert wird, werden die Klubs von den 16 Programmleitungen in den Landessportbünden und –jugenden beraten und begleitet. Weiterhin bietet der DOSB den Vereinen interkulturelle Qualifizierungen an und unterstützt integrative Maßnahmen auch durch finanzielle Fördermittel. Der DEB steht in engem Austausch mit dem DOSB und beide Institutionen kooperieren bei der Umsetzung von eigenen Veranstaltungen, um den Vereinen, Spielern und Fans das Thema „Integration“ näherzubringen.

Bei Fragen der Vereine und ihrer Vereinsvertreter zum Thema Integration und zur Umsetzung von Integration Days können Sie sich an die DEB-Projektbetreuerin Julia Eisenrieder (Mail: julia.eisenrieder@deb-online.de) wenden. Zum Bundesprogramm „Integration durch Sport“ steht Ihnen ein Ansprechpartner aus dem jeweiligen Landessportbund gerne zur Verfügung. Diesen finden Sie unter: https://integration.dosb.de/inhalte/service/laender/.


Franz Reindl, DEB-Präsident: „Es ist sehr viel Potenzial bei der Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund vorhanden. Wir sehen das in zahlreichen Vereinen, die den Kindern und Jugendlichen helfen, aufs Eis zu gehen. Sie werden speziell bei der Organisation und Durchführung von Integration Days durch den DEB unterstützt. Unsere Trainer sensibilisieren wir in speziellen Seminaren für das Thema Integration. Diese Arbeit intensivieren wir zukünftig und bauen unsere Aktivitäten weiter aus.“