#heimatbesuch: Marco Sturm als Schulprojekt-Pate in Dingolfing

Es ist der große Traum für jeden jungen Eishockey-Spieler: Der Sprung in die National Hockey League (NHL) oder der Schritt in die höchste deutsche Spielklasse, der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Bis dahin ist es ein weiter Weg, doch wer genügend Talent und Einsatz mitbringt, kann sich diese Ziele erfüllen. Keiner weiß dies besser, als die Spieler und Trainer der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft. Jeder von ihnen hat einmal klein angefangen – mit den ersten Fahrversuchen auf dem Eis, dem Premiere-Eishockeyspiel oder ihrem ersten Treffer bzw. Save. In der Serie #heimatbesuch kehren die Nationalspieler und auch der Bundestrainer in ihre Heimat zurück. In der vierten Ausgabe berichten wir von Bundestrainer Marco Sturm und seiner Patenschaft für ein Schulprojekt in Dingolfing.

Ende Juli fand die diesjährige Bundestrainerklausur des Deutschen Eishockey-Bundes e.V. (DEB) statt. Die Coaches um Bundestrainer Marco Sturm tauschten sich im Rahmen der drei Veranstaltungstage unter anderem zu sportfachlichen Themen aus und definierten die Zielvorgaben für die neue Saison. Traditionell findet im Rahmen der Bundestrainerklausur ein Fototermin statt, doch ein Bundestrainer fehlte in diesem Jahr zu diesem Termin – Marco Sturm! Und das hatte seinen Grund: Der gebürtige Dingolfinger war zu diesem Zeitpunkt auf der Autobahn 92 Richtung Heimat unterwegs. Das Ziel: die Hans-Glas-Dreifachturnhalle in Dingolfing.

Dort erhielt die Herzog-Tassilo-Realschule im Rahmen eines Festakts die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Durch das Projekt hatten sich im Vorfeld knapp 85 % der Schulfamilie verpflichtet, durch nachhaltige Aktivitäten (wie z. B. Theateraufführungen, Ausstellungen oder Initiativen) jeglicher Form von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, entgegen zu wirken. In diesem Zusammenhang geht es auch um Zivilcourage und beherztes Eingreifen, falls es zu irgendeiner Art von Gewalt (psychisch, verbal oder physisch) kommt. Marco Sturm übernahm die Patenschaft für das Projekt, unterbrach sogar die Bundestrainerklausur, um bei der Veranstaltung dabei zu sein und fuhr mit dem Auto knapp 300 Kilometer zu seinem Heimatort Dingolfing.

„Das war eine absolute Herzensangelegenheit für mich“, erklärte der Bundestrainer nach der Veranstaltung. „Die Kinder und ihre Lehrer haben sich im Vorfeld so sehr für das Projekt engagiert und sich somit die Auszeichnung redlich verdient.“ Die Verbindungslehrerin Margit Lindl gab das Lob an Marco Sturm zurück. „Als Repräsentant des Sports verkörpern Sie nicht nur Ideale wie Fair Play, sondern auch Herz und Charakter“, erklärte Lindl und hob sein soziales Engagement im Rahmen der Marco-Sturm-Stiftung hervor. „Es gibt wohl kein besseres Beispiel, als die verschiedenen Nationalmannschaften und Sportclubs, bei denen Menschen aus zahlreichen Ländern gemeinsam für den Erfolg arbeiten.“

Toleranz hat an der Realschule Dingolfing Tradition – und diese soll, gerade nach dieser Auszeichnung, mehr denn je fortgeführt werden. Stellvertretend formulierte Margit Lindl treffend: „Gerechtigkeit und Gleichbehandlung sind hohe Werte, für die es sich lohnt, dass man sie sich immer wieder neu erkämpft.“