„Wir wussten, dass es schwer werden würde.“

Deutschland beendet die WM in Herning auf dem elften Platz / Olympia-Helden benötigen dringend Pause

So ganz war es dann doch noch nicht vorbei mit Eishockey. Als die deutschen Nationalspieler am Dienstagabend im Anschluss an das 0:3 gegen Kanada vom Abendessen kamen und noch durch die Stadt flanierten, um das Turnier bei einem Bier ausklingen zu lassen, stand der Fokus plötzlich schon wieder auf Eishockey. Gemeinsam schaute das Team der alles entscheidenden Partie zwischen Gastgeber Dänemark und Lettland auf Großleinwand zu. Das Ergebnis ist bekannt, nach dem 0:1 war auch für Dänemark nach der Vorrunde Endstation.

Kein Viertelfinale für den Gastgeber also. „Schade“, sagte Patrick Hager, der dem Heimteam einen Erfolg gegönnt hätte. „Wir wissen ja selber, was das für eine Euphorie im eigenen Land auslösen kann“, sagte der Stürmer und erinnerte an das Vorjahr in Köln, als man eben selber gegen Lettland die Runde der letzten Acht erreichen konnte. Auch 2016 in St. Petersburg kam Deutschland ins Viertelfinale. Dieses Mal nicht. Platz elf hieß der Rang nach dem Turnier 2018.

„Wir wussten, dass es schwer werden würde“, sagte Koribinan Holzer zum Erreichten. In der Tat: Marco Sturm hatte weit vor der diesjährigen WM immer wieder betont, dass es nicht ständig bergauf gehen könne. Besonders nicht nach Olympia-Silber. Angesichts des großen Kader-Umbaus für die Experten keine große Überraschung. Schließlich standen zehn Mann erstmals bei einer Weltmeisterschaft auf dem Eis. Intern wurde die Zielsetzung ohnehin eher defensiv formuliert.

Der Bundestrainer formulierte es so: „Wir haben nicht den gewünschten Start ins Turnier gehabt, dort einige Punkte liegen gelassen. Obwohl wir nicht ganz die deutsche Mannschaft des Finnland-Spiels waren, hätten wir trotzdem die Möglichkeit gehabt, da mehr mitzunehmen.“ Aber man habe diese Möglichkeiten nicht genutzt, ergänzte er. Sturm ehrlich: „Daher sind wir auch nicht ganz unverdient eben nicht im Viertelfinale.“

Ohnehin galt es, die Neuen einzubauen und an das System zu gewöhnen. Zehn Spieler feierten ihr WM-Debüt. Dass die Ambitionen da nicht gleich hoch angesetzt werden können, ist verständlich. Sturm hat eher das große Ganze im Blick, schaut über den Tellerrand hinaus und denkt mittelfristig. „Aber“, merkte Superstar Leon Draisaitl an, „es sind immer noch einige Nationen besser als wir und das wird auch so bleiben.“ Für Deutschland gilt es, sich in den kommenden Jahren unmittelbar hinter den Top-Nationen zu etablieren und vielleicht den einen oder anderen Nadelstich zu setzen.

Jetzt ist erstmal Sommerpause. Yannic Seidenberg brachte es auf den Punkt, was alle dachten. „Ich kann erstmal kein Eishockey mehr sehen. Erst im August ziehe ich mir wieder die Schlittschuhe an.“ Erst recht die zehn Olympia-Helden brauchen dringend eine Pause. Zu intensiv war das Jahr 2018, besonders für die DEL-Finalisten, die auch noch mit sieben Endspielen in den Knochen zur WM kamen. Es sei ihnen gegönnt.