Nationalmannschaft: Olympiasieger frischer als deutsche Auswahl

Mit 1:4 unterlag das neuformierte Team von Bundestrainer Marco Sturm zum Auftakt der WM-Vorbereitung in Sotschi gegen den Gastgeber

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat im Rahmen der Euro Hockey Challenge das erste von zwei aufeinanderfolgenden Duellen gegen Gastgeber Russland verloren. 40 Tage nach dem letzten Aufeinandertreffen der beiden Finalisten des Olympischen Endspiels von Pyeongchang unterlag das Team von Bundestrainer Marco Sturm vor 11.171 Zuschauern im „Bolshoy Ice Dome“ von Sotschi dem Goldmedaillengewinner mit 1:4 (0:1, 0:2, 1:1) . Bereits am Samstag treffen die Kontrahenten (16 Uhr, live bei SPORT1) am selben Spielort erneut aufeinander.

Mathias Niederbergers dürfte nach 20 Minuten am meisten Schweiß verloren haben. Der Düsseldorfer Keeper vereitelte mit mehreren Glanztaten in Folge eine Reihe bester Chancen der Gastgeber. Das ebenfalls neu formierte Team der Russen stellte die deutsche Defensive immer wieder vor große Herausforderungen. Artom Ilyenko versenkte einen Konter zum 0:1. Niederberger war machtlos, zeigte aber weiterhin mehrfach seine Klasse.

In doppelter Unterzahl fiel nach dem ersten Wechsel das 0:2 aus deutscher Sicht. Kirill Semyonov staubte aus der Luft zum 0:2 ab. Pech hatte Simon Sezemsky beim dritten Tor der Hausherren. Eine Hereingabe vor das deutsche Gehäuse lenkte der Verteidiger unabsichtlich per Schlittschuh ins eigene Tor. Das 0:3 bedeutete gleichzeitig den Pausenstand nach 40 Minuten.
Im Schlussdurchgang mühte sich die mit acht Neulingen angetretene Nationalmannschaft, mehr offensive Akzente zu setzen und besser in die Zweikämpfe zu finden. Das sollte sich lohnen. Marc Michaelis in seinem ersten Länderspiel schaltete mit dem 1:3 am schnellsten. Alexei Bereglazov nutzte eine weitere Strafe am Ende noch zum 4:1. Niederberger durfte sich zu Recht über die Auszeichnung zum besten Spieler seiner Mannschaft freuen.

Deutschland: Niederberger (Strahlmeier) – Zerressen, Daschner; Krämmer, Loibl, Elsner – Nowak, Wagner; Holzmann, Danner, Schmölz – Ebner, Sezemsky; Michaelis, Höfflin, Uvira – Bender, Brückner; Kammerer, Hafenrichter

Tore: 1:0 Artyom Ilyenko (9:11), 2:0 Kirill Semyonov (22:53), 3:0 Artyom Ilyenko (32:10), 3:1 Marc Michaelis (49:03), 4:1 Alexei Bereglazov (54:07)

Hier geht’s zur gesamte Statistik: http://online.fhr.ru/en/69509.html

Bundestrainer Marco Sturm: „Wir haben erwartet, dass wir auf einen harten Gegner treffen. In den ersten 40 Minuten war Russland das frischere und aktivere Team. Wir haben dann im Schlussdurchgang nochmal besser gespielt. Auf die letzten 20 Minuten können wir aufbauen.“

Marc Michaelis: „Für mich persönlich war dieses Spiel eine tolle Erfahrung. Zu Beginn habe ich mich noch etwas eingerostet gefühlt, ab Mitte des zweiten Drittels wurde es dann besser. Sebastian Uvira hat einen super Job zu meinem Tor geliefert. Da brauchte ich mehr oder weniger nur noch den Schläger reinhalten. Es ist natürlich ein schönes Gefühl, gleich im allerersten Spiel für die Nationalmannschaft zu treffen. Lieber hätte ich aber gewonnen.“