Kulturelle Vielfalt im Sport – das ist im Eishockey kein Fremdwort und wird nun strategisch angegangen: Bei einem „Fit für die Vielfalt“-Auftaktseminar des Programms „Integration durch Sport“ (IDS) setzten sich 27 Trainer des Deutschen Eishockey-Bundes e.V. (DEB) am 28.7. im Bundesleistungszentrum für Eishockey und Curling in Füssen intensiv mit dem Thema der Integration durch Sport auseinander.

Die teilnehmenden Eishockey-Profis aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern und -ligen (u.a. NHL USA, Kanada, Russland, Österreich) beschäftigten sich schon während ihrer gesamten Eishockey-Karriere unterbewusst mit diesem Thema, da im Eishockey traditionell viele Kulturen aufeinanderstoßen. Die bewusste Auseinandersetzung mit der Integration ist im DEB jedoch neu:

„Wir gehen das Thema Integration durch Sport im Deutschen Eishockey-Bund e.V. nun ganz bewusst und strukturiert an. So sind wir dabei, ein Integrationskonzept zu entwickeln und unser Integrationsverständnis genauer zu definieren. Neben IDS-Seminaren zum interkulturellen Lernen im Sport im Rahmen der Trainer-A-Ausbildung und als Fortbildungen zur Lizenzverlängerung planen wir, gemeinsam mit unseren Eishockey-Vereinen Integrationstage anzubieten, bei denen Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund gezielt angesprochen und für den Eishockeysport begeistert werden“, so Julia Eisenrieder, Koordinatorin für Integration im DEB. „Wichtig sind uns dabei, im DEB Strukturen zu schaffen, die die Vereine in ihrer Arbeit unterstützen. So wurde meine Stelle speziell für dieses Vorhaben eingerichtet. Und natürlich freuen wir uns auch, wenn wir auf diese Weise neue Mitglieder generieren können und Talente entdecken.“

Die fünf Unterrichtseinheiten umfassende Auftaktschulung in Füssen lieferte einen ersten Einblick in den Bereich des interkulturellen Lernens im Sport und die Inhalte der „Fit für die Vielfalt“-Seminare von IDS:

Die Trainer wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und erarbeiteten dort zusammen mit vier IDS-Bildungsreferenten, wie Integration im Verein gelingen kann, welche Strategien es gibt, mit Gefühlen der Irritation und Fremdheit umzugehen und wie Vorurteile und Verhaltensweisen hinterfragt werden können. „Der Einblick in Integrationsmodelle und -theorien machte den Teilnehmenden bewusst, dass es viele verschiedene Auffassungen von Integration gibt, die nebeneinander bestehen. In einer Gruppenarbeit konnten wir gemeinsam herausarbeiten, dass kulturelle Regeln und Vorstellungen größtenteils unbewusst sind und nur teilweise bewusst gemacht werden können“, beschreibt Katharina Kratzer, IDS-Bildungsreferentin in Oberbayern. „Die Teilnehmer waren durchweg sehr interessiert und engagiert bei der Sache. Und bei den sportpraktischen Übungen auch mit vollem Körpereinsatz dabei“, lacht Kratzer.

Die Auftaktschulung zu ´Fit für die Vielfalt` war der Startschuss für eine umfassende Kooperation von IDS mit dem Deutschen Eishockey–Bund e.V.: Mit dem Einbezug von „Fit für die Vielfalt“-Seminaren in die Trainer-A-Ausbildung und der geplanten Anerkennung der Fortbildung als Lizenzverlängerung konnte mit dem Deutschen Eishockey–Bund e.V. ein weiterer Fachverband für die Arbeit des Programms „Integration durch Sport“ begeistert werden.

„Für 2018 ist schon ein 15 UE umfassendes Seminar geplant, das zur Lizenzverlängerung unserer Trainerinnen und Trainer dient. Ziel ist es, diese gemeinsam mit IDS zu Multiplikatoren der Integration auszubilden und damit das Thema immer intensiver in den Vereinen zu verankern“, so Eisenrieder.