Positives Fazit nach Lehrgang: „Bin sehr zufrieden, wie sich das Team präsentiert hat“

Drei Tage hatte Bundestrainer Marco Sturm die deutsche Nationalmannschaft in Garmisch-Partenkirchen zusammen. Keine Spiele, sondern Training und besonders Teambuilding standen auf dem Programm. Sturm zieht im folgenden Interview ein durchaus positives Fazit nach dem Nationalmannschafts-Lehrgang.

Marco Sturm, drei Trainingstage mit insgesamt vier Einheiten sind beendet. Wie fällt Ihr Fazit aus?
Ich bin sehr zufrieden, wie sich die Mannschaft hier präsentiert hat. Sowohl auf als auch neben dem Eis. Alle haben sehr gut mitgezogen, waren konzentriert bei der Sache und haben die Aufgaben erfüllt. Trotz der späten und entscheidenden Saisonphase mit vielen Spielen in den Knochen und einigen kleinen Blessuren bei dem einen oder anderen waren die Intensität und die Umsetzung optimal.

In den vergangenen Jahren gab es während der Februar-Maßnahme immer Länderspiele. Warum haben Sie diesmal ein reines Trainingslager vorgezogen?
Aus verschiedenen Gründen. Zum einen wollten wir während der Einheiten noch intensiver an unserem System feilen, zum anderen stehen die Jungs kurz vor den Playoffs und dort liegt der Fokus drauf. Darüber hinaus haben wir einige Teambuilding-Maßnahmen durchgeführt und das geht einfach besser, wenn man keine Spiele hat und sich darauf vorbereiten muss. Die Spieler sollten neben dem Eistraining auch Spaß haben.

Sie haben das Teambuilding angesprochen und immer wieder betont, wie wichtig das ist …
Ja, das ist im Sport heute ein ganz wichtiger Faktor. Ich bin der Ansicht, dass wir uns als Team wohlfühlen sollen und eine Einheit bilden. Da zähle ich die Spieler, das Trainerteam und das gesamte „Team ums Team“ zu. Die Jungs stehen im Club genügend unter Druck, daher finde ich, dass sie die Zeit bei der Nationalmannschaft auch neben dem Eis genießen sollen. Wir müssen menschlich und charakterlich eng zusammenwachsen. Im Kollektiv kannst du sportlich viel erreichen.

Können Sie die Teambuilding-Maßnahmen beschreiben?
Wir haben uns am Montag nach dem Training zum Fackellauf getroffen und sind auf eine Berghütte gewandert. Dort haben wir bei musikalischer Begleitung gemeinsam gegessen und haben ein paar amüsante Spiele gespielt. Am Dienstag haben wir den Jungs zwischen den beiden Einheiten frei gegeben. Am Abend hat dann Präsident Franz Reindl einen sehr interessanten Vortrag über die zukünftige Ausrichtung des Verbandes gegeben. Dabei ging es unter anderem um das POWERPLAY 26 sowie natürlich auch im die WM-Planung für 2017. Im Anschluss an das Mittwochstraining sind wir auf der Skisprung-Schanze in Garmisch gewesen und haben dort eine Führung bekommen. Es waren drei rundum gelungene Tage. Ich habe das Gefühl, dass die Jungs es auch genossen haben.

Wie sehen die weiteren Planungen aus?
Wir treffen uns zur WM-Vorbereitung Anfang April und haben dann eigentlich bis zum WM-Start volles Programm mit einigen Spielen.

Sie haben jetzt die meisten Spieler gesehen. Können Sie schon sagen, mit welchem Kader Sie nach St. Petersburg reisen werden?
Ich habe natürlich schon einen Stamm im Kopf, aber letztlich ist es noch zu früh, darüber etwas zu sagen. Das kommt ja auch auf die personelle Situation an. Wer verletzt sich, wie fit ist der Spieler nach den Playoffs – das sind Dinge, die man einfach abwarten muss.

Aber es dürfte schon ein Mix aus Spielern sein, die beim Deutschland Cup bzw. jetzt beim Lehrgang in Garmisch zugegen waren, oder?
Im Grunde ja. Es sind vielleicht auch Spieler interessant, die derzeit noch verletzt sind. Wenn sich während der Vorbereitungsphase ab April auch noch weitere Spieler aufdrängen und mich überzeugen – warum nicht. Da lasse ich mich gern überraschen.

Rechnen Sie mit Verstärkungen aus der NHL?
Das ist immer so ein Thema. Stand jetzt rechne ich erstmal nicht mit den Jungs. Ich verfolge unsere Spieler natürlich intensiv und freue mich, wenn sie gute Leistungen abliefern. Ich würde allen die Playoff-Qualifikation gönnen. Auch wenn das bedeutet, dass sie dann nicht für uns spielen können. Grundsätzlich besteht bei ihnen aber die Bereitschaft, uns bei der WM zu unterstützen.