U20 Bundestrainer Christian Künast im Interview / WM-Vorbereitung beginnt heute

 

Es geht los für die U20 Nationalmannschaft! Ab heute beginnt im Bundesleistungszentrum Füssen die Vorbereitung auf die 2016 IIHF U20 Weltmeisterschaft Division I in Wien (‪13. – 19.12.15). Der neue Bundestrainer Christian Künast bittet seinen 26 Mann starken Kader erstmals aufs Eis. Bis Mitte der kommenden Woche wird in mehreren Einheiten an Taktik und Spielsystem gefeilt. Neben Künast wird  auch Bundestrainer Marco Sturm auf dem Eis stehen. „Marco kümmert sich um die Stürmer sowie das Powerplay, Steffen Ziesche wird den Fokus auf die Defensive und das Unterzahlspiel legen“, erklärt Künast die Aufgabenverteilung des kompetenten Trainerteams, das von Assistenz-Trainer Benedikt Weichert komplettiert wird. Im folgenden Interview spricht Künast über die Vorbereitung, den Charakter der Mannschaft und die Zielsetzung: Die Rückkehr in die Weltelite soll am Ende herausspringen.

 

Herr Künast, heute startet in Füssen die WM-Vorbereitung. Wie sieht diese genau aus und sind die Kaderplanungen bereits abgeschlossen?

Wir werden die Tage in Füssen nutzen, um uns optimal aufeinander einzustellen und am Feinschliff zu arbeiten. Zur WM muss der Kader von aktuell noch 23 + 3 auf 20 + 3 Spieler reduziert werden. Wir können bei der WM in Wien zwar nur 20 + 2 Spieler melden, aber der dritte Torhüter wird trotzdem die gesamte Zeit über mit dabei sein.

Zum Abschluss der Vorbereitung steht noch ein Spiel gegen die Slowakei an. Was erwarten Sie von der Partie und welche Ansprüche stellt der Bundestrainer an sein Team?

Das wird am kommenden Donnerstag unsere Generalprobe. Auch wenn wir uns ein gutes Gefühl zum Abschluss der Vorbereitung holen wollen, wird das Ergebnis dabei zweitrangig sein. In erster Linie wollen wir bei unserem letzten Härtetest als Mannschaft auftreten, uns an den Spielplan halten und die Vorgaben umsetzen. Außerdem werden wir Trainer noch die Möglichkeit haben, einige Dinge auszuprobieren oder anzupassen.

Wie schätzen Sie Ihre Mannschaft ein und was erwarten Sie von den Spielern bei der kommenden WM Div. I in Wien?

 

Ich denke, dass wir eine insgesamt sehr spielstarke Mannschaft sind. Wir haben einige Spieler die zuletzt bei ihren Heimatclubs wirklich gute Leistungen gezeigt haben und auch bei uns zu den Führungsspielern gehören. Neben den Torhütern denke ich da besonders an Stefan Loibl, Andreas Eder, Maxi Kammerer, Kai Wissmann, John Rogl oder auch Manuel Wiederer. Wir brauchen Spieler, die Verantwortung übernehmen, entsprechend ihre besten Leistungen abrufen und in den entscheidenden Situationen aufs Eis bringen können.

Die Spieler, die in den Fokus gesetzt wurden, sind also die Schlüsselspieler der deutschen Mannschaft?

Schlüsselspieler sind für mich alle meine Jungs. Jeder hat eine Schlüsselfertigkeit, die er mit in das Team bringt und es so komplettiert. Die Spieler, die ich genannt habe sind die, deren Rolle ich darin sehe, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen, die die Mannschaft als Kollektiv voranbringen.

Ist der direkte Wiederaufstieg in die Top-Divison Ihrer Meinung nach realisierbar?

Ja! Definitiv. Wir wollen wieder aufsteigen, das ist das Ziel. Aber wir wissen auch, wie schwer es sein wird. Die Nationen sind wirklich stark aufgestellt und ich denke, dass es letztlich ein sehr, sehr enges Kopf-an-Kopf-Rennen werden wird.

Mit wem wird dieses Kopf-an-Kopf-Rennen stattfinden?

Das ist schwer zu sagen, denn keine der Mannschaften ist zu unterschätzen. Trotzdem sehe ich Lettland als Favoriten. Die werden sicher unser stärkster Gegner werden. Hier können zwei bis drei Spieler den individuellen Unterschied ausmachen. Aber auch Norwegen und Österreich werden mit starken Mannschaften an den Start gehen. Unser erster WM-Gegner Kasachstan ist im Prinzip wie eine Vereinsmannschaft, die den Großteil der Saison zusammen spielt und großes Potenzial hat.

Wie wird die entsprechende Spieltaktik bzw. der Spielplan aussehen?

Wir wollen jedes Spiel bestimmen und mehr agieren als reagieren. Wie schon gesagt, wir müssen uns nicht verstecken, wir haben talentierte und fleißige Spieler, die auf internationalem Top-Niveau eine Führungsrolle übernehmen können. Alle Mannschaften können auf diesem Level Eishockey spielen und jeder will am Ende ganz oben stehen. Wir müssen bereit sein alles zu geben und die Kleinigkeiten richtig machen. Das wird letztlich den Unterschied ausmachen.