19 Jahre alter Freezer teilt sich die Keeper-Position mit Daniel Fießinger: „Ergänzen uns gut“

Am Ende war das große Durchschnaufen angesagt. Nach dem erneut knappen, aber hochverdienten 2:1–Erfolg der U20-Natrionalmannschaft über Italien im zweiten Spiel der 2016 IIHF U20 Eishockey Weltmeisterschaft Division I in Wien, zeigten sich Verantwortliche wie Spieler erleichtert. „Wir haben gegen Italien schon stabiler gespielt als gegen Kasachstan und am Ende auch verdient gewonnen“, bilanzierte Keeper Maximilian Franzreb, der im zweiten WM-Spiel seinen ersten Einsatz erfolgreich meisterte.

Recht hatte er. Allein die Zahlen sprachen eine deutliche Sprache. Knapp 90 Mal schoss die deutsche Auswahl – inklusive aller geblockten Schüsse – auf des Gegners Kasten. Einziges Manko: Es sprangen trotz dieser deutlichen Überlegenheit „nur“ zwei Treffer dabei heraus. Franzreb konnte das angesichts der drei gewonnen Punkte letztlich egal sein. Dennoch fiel auch ihm auf: „Die Chancenauswertung müssen wir noch ein bisschen verbessern.“

Ohnehin befindet sich die U20-Nationalmannschaft in der Spur. Beim erklärten Ziel, dem direkten Wiederaufstieg, hat das Team von Bundesnachwuchstrainer Christian Künast eine weiße Weste. Auch dank zweier starker Torhüter. Denn sowohl Daniel Fießinger im ersten Match gegen Kasachstan (3:2) als auch Franzreb gestern zeigten eine starke Leistung und präsentierten sich als jeweils sicherer Rückhalt. Für beide ist es die erste U20-WM. Franzreb: „Es ist natürlich eine große Ehre die deutschen Farben bei der U20-Weltmeisterschaft tragen zu dürfen!“

Seine Berufung hat er sich redlich verdient. Der 19-Jährige gehört in der laufenden Saison zu den Shootingstars bei seinem Club Hamburg Freezers. Franzreb, eigentlich Nummer drei hinter Sebastien Caron und Dimitrij Kotschnew, absolvierte nach deren Verletzungen vier Spiele, feierte dabei zwei Siege und spielte sogar beim Auswärtsspiel in Wolfsburg einmal zu Null. Klar, dass auch Künast diese Entwicklung mit Wohlwollen zur Kenntnis nahm. „Die Nominierung zeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin“, freute sich Franzreb. Sein Gegentorschnitt liegt in der DEL bei 2,59 mit einer Fangquote von 91 Prozent. Noch besser lief es im Nachwuchs. In acht Spielen für die HSV Young Freezers (DNL) parierte er sogar fast 93 Prozent der Schüsse.

Mit einem Auge schielt Franzreb daher in diesen Tagen auch zu seinem Arbeitgeber an der Elbe. Die Freezers rückten am Wochenende in der Tabelle nach oben: „Platz vier ist das Ziel. Wir wollen auf jeden Fall in die Playoffs“, sagte Franzreb. Und auch wenn die Torhüterposition in Hamburg im Januar voraussichtlich wieder zahlreicher besetzt sein wird, will der ehrgeizige Schlussmann „weiter hart trainieren und auf meine Chance hoffen.“

Genau das erhofft sich Franzreb auch im weiteren WM-Verlauf. Mit Fießinger bildet er ein starkes Duo. Die Ansprüche, in Wien auch zwischen den Pfosten zu stehen, haben natürlich beide. Letztlich werden eigene Ambitionen aber dem Kollektiv untergeordnet. Franzreb sagt daher: deutlich: „Daniel und ich ergänzen uns gut. Wer von uns beiden am Ende mehr spielt, ist daher unerheblich. Denn das Ziel ist es, als Mannschaft ganz oben zu stehen und den Titel zu holen.“

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